Heute nun verlassen wir diesen wirklich tollen Platz, um weiter Richtung Süden zu fahren. Da wir die Berge nicht verlassen wollen, wollen wir über die gut asphaltierte, wenn auch schmale Carretera 116 fahren. Früh habe ich die Motorvorerwärmung gestartet, damit das MANle sicher startet. Auch der Batteriebooster kommt zum Einsatz. Nach 2,5 Stunden Vorerwärmung startet das MANle wieder, ohne zu murren und fällt nach Sekunden in ein ruhiges Standgas. Ich erhöhe dieses nun auf 900 U/min, um Druckluft und Energie zu haben um die Hebebühne runter zu lassen. Ich lade die Beta und die Fahrräder auf und verzurre alles sicher. Schnell ist die Hebebühne hochgefahren und gesichert. Unser Reifen verliert, warum auch immer nun, seit die Ventilprotektoren verbaut sind deutlich weniger Luft. Dennoch kontrolliere ich beide Hinterräder und bringe sie auf den exakten Druck. Wir fahren nicht die Route zurück, die wir gekommen sind, sondern umfahren die Stadt auf der Piste, die sich von hier aus weiter durch das Hochland schlängelt und nach 15 Kilometer auf die Ruta 26B trifft. Es gibt ein paar enge Stellen, doch die Piste ist gut zu befahren und wir kommen gut voran. Die Ruta 26B ist sehr gut ausgebaut und doch wenig befahren. Auch Sie bleibt überwiegend über 4000m und fällt erst o der Stadt Lircay deutlich ab. Wir tanken vor der Abzweigung auf die Carretera 116 noch einmal 150 Liter Diesel nach und geben unser Adjektiv dazu, denn wir müssen wieder auf 4760m über den Pass. Wir wollen auf ca. 4300m Übernachten, um Susanne keine Kopfschmerzen zu bescheren. Die Carretera 116 windet sich zu beginn durch einen engen Canyon mit vielen Kehren und die Hupe ist im Dauereinsatz, um uns anzukündigen. Links die Mauer und rechts die Felswand wird es an manchen Kehren etwas knapp. Da aber die Straße sehr gut asphaltiert ist und wir nicht schwanken, kann ich dicht an die Felsen fahren und so kommen wir recht gut durch. Als wir die Felsen hinter uns gelassen haben, finden wir eine Ausbuchtung, wo wir unsere Mittagspause verbringen können. Hier kann Zora gut raus, denn es ist genügend Platz. Nun geht es langsam, aber stetig bergauf. Wir müssen viele kleine Ansiedlungen durchfahren, die aber alle breit genug sind. Es sind uns zwei große Sattelschlepper entgegen gekommen die vor uns den Weg freigeräumt haben. Wir müssen zwar einmal rückwärtsfahren, um einen passieren zu lassen, aber das geht auch ohne Probleme. Als wir wieder die 4000m Höhe erreichen, wird das Land wieder zur Puna, diese große Hochebene. Große Alpakaherden sind nu noch unsere einzigen Begleiter und auch der Verkehr ist eingeschlafen. Auf über 4500m beginnt es zu schneien und alles wirkt grau in grau. Wir erreichen ohne Probleme den höchsten Punkt und nun geht es in vielen Serpentinen bergab. Das mag das MANle gar nicht, denn wenn ich in dieser Höhe mit ca. 1500 U/min. mit der Motorbremse bremse und anschließend wieder ans Gas gehe verschluckt sich das MANle stark und will kein Gas annehmen. Am schlimmsten ist es für das Motormanagement, wenn es runterschalten will und hierfür die Motordrehzahl anpassen möchte. Das gelingt nicht, da der Motor keine Drehzahl aufbaut und die Folge ist eine Getriebestörung und es lassen sich keinen Gänge mehr schalten. Nach dem der Batteriehauptschalter ausgeschaltet ist und nach einer Minute wieder eingeschaltet, funktioniert alles wieder einwandfrei. Wir finden eine gute Stelle etwas abseits neben der Straße auf 4350m Höhe, um die Nacht zu verbringen. Es gibt nachts hier keinen Verkehr. Wir haben Glück, denn das Wetter reist auf und wir haben einen tollen Blick auf die schneebedeckten Berge um uns herum. Zora ist hier auch glücklich, denn sie findet einen Weg runter zu dem Gebirgsbach und kann dort über die Felsen klettern. Ich folge Ihr, was ich beim Zurückgehen schwer bereue. Es sind nur 50m Höhenmeter Unterschied, doch ich komme mächtig außer Puste. Zora hat diese Probleme nicht und tobt wie verrückt herum. Es liegt hier ein Skelett, vermutlich eines Schafs, dass sie nun zerlegt. Sie stielt einen total ausgebleichten Knochen, doch das scheint wohl dennoch eine so große Beute zu sein, dass sie weit mit ihm im Maul flüchtet und ihn in großer Entfernung von uns zerlegt. Es wird Dunkel und die Sonne taucht die Berge in ein magisches Licht. Daher gehen wir nun doch alle rein, denn bei 0°C und leichtem Wind, ist es draußen nun zu ungemütlich. Im MANle sind 23°C Wohlfühltemperatur. Susanne bereitet Schinkelnudeln und einen großen grünen Salat zum Abendessen zu. Das passt für alle gut und satt und zufrieden beschließen wir den Abend.

















