22.04.2026 Fahrt über die 106 über den Pass Portachuelo de Llanganuco.

Wir wollen heute früh los und daher starte ich bereits um 05:30 Uhr unsere Motorvorerwärmung. Spätestens um 08:00 Uhr wollen wir losfahren, um noch vor den ersten Tourbussen auf dem Weg zu Pass zu sein. Strahlender Sonnenschein und tiefe Temperaturen erwarten uns bei der Abfahrt. Trotz 4°C Außentemperatur und 3600 Höhenmeter springt das MANle dank Vorheizung auf den ersten Schlag an. Hoch ist hier absolut nichts los und wir sind die Einzigen auf der Strecke. Bereits nach wenigen Metern steigt die Piste an und schnell gewinnen wir an Höhe. Die Serpentinen sind eng und teilweise sehr ausgefahren, aber letztlich müssen wir nur an 4 Serpentinen rangieren bis wir die Passhöhe erreichen. Die Ausblicke dies sich bieten sind fantastisch und da wir absolut ohne Schwierigkeiten auf 4770 Höhenmeter hochgefahren sind, können wir das so richtig genießen. Hier oben herrscht noch der Frost und das Wasser, welches die Piste hinunter läuft, ist da wo die Sonnen nicht hinkommt gefroren. Die Piste ist zu schmal um Ausweichen zu können. Doch wir spüren es kaum über die Eisflächen zu fahren. Oft halten wir an, um Bilder zu machen und seit ich den Trick mit dem einmaligen Hochdrehen des Motors vor dem Einkuppeln beherzige Läuft das MANle auch auf dieser Höhe ohne Probleme den Berg hoch an. Als wir die Passhöhe durchfahren, schauen wir auf weitere Lagunen und eine wunderschöne Hochebene die schön im Sonnenlicht glänzt. Nun ist die Motorbremse im Dauerbetrieb und dank Untersetzung hält sie das MANle sicher auf der gewünschten Geschwindigkeit. Ohne aktiv bremsen zu müssen rollen wir den Pass hinunter. Die Serpentinen hier sind weit und die Piste ist gut in Schuss. Erst als wir diese Hochebene verlassen und die Bäume rechts und links die Piste säumen wird es deutlich ungemütlicher. Die Piste ist ausgefahren, schmal und von Wasserläufen durchzogen. Doch alles noch einigermaßen im grünen Bereich. Doch als die ersten Ortschaften auftauchen, ändert sich das noch einmal deutlich. Im kleinen Dorf Yanama halten wir an, um unsere Trinkwasservorräte etwas aufzufüllen. Dabei hören wir ein verdächtigen Zischen aus dem linken Hinterrad. Tatsächlich haben wir uns einen tiefen Riss auf der Lauffläche geholt. Das müssen wir sofort reparieren und an einen kleinen Tankstelle finden wir einen guten Platz dafür. Routiniert demontieren wir die Felge und können mit unseren letzten Reserven den Reifen flicken. Alles ist dicht und schnell sind auch das Rad wieder montiert und das MANle wieder voll einsatzfähig. Die Piste wird nun immer übler und mit dem MANle nur noch im Schneckentempo zu befahren. Teilweise müssen wir so dicht an den Felsen entlangschrammen, dass es eine logische Folge ist, dass wir ein Ventil abreißen. Wir haben Ersatz und so ist das nach wenigen Minuten erneuert und dank der Reifenfüllanlage auch schnell wieder aufgepumpt. Wir beschießen die gesamte Stecke durchzufahren, damit wir ruhig übernachten können. Kilometerlang fahren wir mit der linken Seite direkt an der Pistenkante und bei so mancher Abbruchkante geht der Puls gewaltig hoch. Wir erreichen die 14C, die etwas besser ausgebaut ist und folgen dieser nun. Schon nach wenigen Kilometern finden wir eine geeignete Stelle um unser MANle für die Nacht sicher abstellen.

 

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