30.08.2026 Besuch der Wasserfälle Cataratas del Iguazú von Brasilien aus.

 

 

177978 Kilometer ges. 25°38`19.90“Süd 54°34`33.56“West
0l Brauchwasser 25l Trinkwasser 0l Diesel
0l Benzin 195m Höhe 1004mbar

 

Der Wecker klingelt früh, denn heute steht der Perspektivwechsel an: Wir wollen die berühmten Cataratas del Iguazú von der brasilianischen Seite aus erleben. Pünktlich um 08:15 Uhr holt uns unser Fahrer Hugo ab. Nach einer ausgiebigen Gassirunde mit Zora sitzen wir startklar im Auto. An der Grenze herrscht reger Betrieb, doch dank der Taxi-Spur gleiten wir förmlich durch: Nach nur einer halben Stunde und ohne auch nur einmal aussteigen zu müssen, ist der argentinische Posten passiert. Auch auf brasilianischer Seite läuft es wie am Schnürchen, fünf Minuten am Schalter, Stempel rein, Einreise erledigt. Am Nationalpark angekommen zahlen sich unsere Online-Tickets sofort aus. Wir passieren die Einlasskontrolle im Handumdrehen und steigen in den Shuttlebus, der uns elf Kilometer weit durch dichten Dschungel direkt zum Panoramaweg bringt. Dort angekommen wird schnell klar: Einsamkeit sucht man hier vergebens. Dichte Menschenmassen schieben sich im Gänsemarsch voran. Der Himmel hängt tief, feiner Nieselregen liegt in der Luft und taucht die Szenerie zunächst in ein diffuses, wolkenverhangenes Grau. Doch nach etwa 800 Metern reißt die Sicht auf: Während man auf den ersten Metern noch dieselben Fälle sieht wie von Argentinien aus, eröffnet sich nun ein gewaltiger, völlig neuer Blickwinkel. Das Wetter klart auf, das Licht wird heller, und zwischen den Fotopausen der anderen Besucher erhasche ich immer wieder freie Sicht auf die tosenden Abgründe. Susanne wagt sich mitten ins Getümmel und läuft über den langen Steg direkt über die schäumenden Fluten. Ich überlasse ihr den Kampf um die vorderste Front, bleibe entspannt auf dem Hauptweg, genieße das Naturschauspiel aus etwas Distanz und beobachte die frechen Nasenbären, die hier überall durchs Unterholz wuseln. Am Ende des Trails staut sich vor den Aufzügen eine endlose Menschenschlange. Wir fackeln nicht lange, nehmen die Treppen, kaum 200 Meter, die fast menschenleer sind, und stehen ruckzuck am oberen Busterminal. Hugo wartet bereits am Parkausgang auf uns. Auch die Rückreise verläuft reibungslos: Beide Grenzen sind schnell überwunden, und in der Stadt decken wir uns noch mit Wasser und Bier ein, um uns den späteren Transport mit der Beta zu ersparen. Zurück am Campingplatz wird der Einkauf verstaut, Zora darf sich nach unserer Rückkehr ausgiebig austoben, und wir stärken uns mit einer Kleinigkeit. Doch die Hände bleiben nicht lange ruhig: Ich widme mich noch einmal der Gasarmatur. Das Leckspray zeigt an der Verschraubung zum Abgangsrohr tatsächlich noch minimale Bläschen. Ein ganz feiner Zug mit dem Schraubenschlüssel, und das Blubbern versiegt endgültig. Dicht! Gleich danach nehme ich mir den tropfenden Außenwasserhahn vor: Ich zerlege die Konstruktion, schleife die Anschlussstutzen sauber rund, erwärme den Schlauchverbinder vorsichtig mit dem Heißluftföhn und schiebe ihn mit leichtem Druck formschlüssig über beide Seiten. Schlauchschellen festgezogen, Druck drauf, nicht ein einziger Tropfen tritt mehr aus. Eine weitere Baustelle erfolgreich abgehakt. Am Abend machen wir es uns mit Sabine und Peter gemütlich, Rinderkoteletts und Milanesa de Pollo landen auf dem Grill, dazu gibt es frischen grünen Salat und Sabines selbstgemachten Kartoffelsalat. Mitten in die gesellige Runde platzt schließlich der Campingplatz-Sicherheitsmann. Ganz in der Nähe sind schwere Unwetter mit riesigen Hagelkörnern niedergegangen. Er warnt uns eindringlich und bittet uns, die Fahrzeuge komplett unter die schützenden Schattenspender zu stellen, um unsere Solarpaneele zu retten. Also wird das MANle noch einmal angeworfen. Weil unser LKW schlichtweg zu lang ist, muss ich erst ein Spannseil der Stahlkonstruktion aushängen. Zwischen den massiven Pfosten geht es verdammt eng zu, doch nach mehreren konzentrierten Rangiermanövern steht der Dicke exakt auf seinen Ausgleichsbrettern unter dem festen Schutzdach. Das Unwetter kann kommen. Nach all der Hektik ist Zora sichtlich platt und ein wenig verunsichert von dem späten Umparken. Im Bett sucht sie sofort meine Nähe, drückt sich eng an mich und schläft, genau wie ich, nach diesem langen und abwechslungsreichen Tag sofort ein. Susanne gesellt sich wenig später dazu – ein Tag voller Kontraste geht zu Ende.

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