Heute Morgen lassen wir es ganz gemütlich angehen. Es gibt keinen Grund zur Eile, denn unser erstes Tagesziel, die Puente del Diablo, liegt nur wenige Kilometer entfernt. Während wir entspannt zusammenpacken, flitzt Zora bereits ausgelassen draußen herum, von ihren gestrigen Problemen mit den Pfoten oder Beinen ist absolut nichts mehr zu merken. Als wir schließlich den Schlüssel umdrehen, zeigt das Thermometer bereits angenehme 10 °C, und das MANle erwacht ohne das kleinste Murren zum Leben. Wir verabschieden uns von den magischen Lagunen und folgen der Ruta B-169 bis zur Piste B-1171, die uns nach kurzer Fahrt zu einem wirklich einzigartigen Ort führt. Hier hat sich der Río Salado einen tiefen, schroffen Canyon in die karge Wüstenlandschaft gefräst. Am Talboden wuchert dichtes Schilfgras und ein fast surreales, üppiges Grün leuchtet uns entgegen. Allerdings liegt dieses Paradies so tief und steil unter uns, dass es fast ausschließlich für Vögel erreichbar ist, für alle anderen Tiere sind die Felswände schlicht zu steil. Von oben kann man jedoch unschwer erkennen, mit welch roher Gewalt der Fluss zur Zeit der Schneeschmelze anschwillt: Dann überflutet er den Canyon komplett und bricht weit in die sonst so trockene Atacama aus. Die Puente del Diablo selbst ist eine spektakuläre, natürliche Felsenbrücke, über die heute ganz pragmatisch die Piste führt. Gemeinsam mit Zora laufen wir ein Stück am Canyonrand entlang und bestaunen dieses raue Wunderwerk der Natur. Doch der Entdeckergeist treibt uns weiter hinein in die endlose, karge Ödnis der Wüste. Wir folgen der Piste bis zum kleinen Ort Ayquina, wo wir auf die gut ausgebaute Ruta B-165 treffen. Ab hier wird die Fahrt noch einmal richtig spektakulär: In engen Serpentinen windet sich die Straße hinunter zum Río Salado und auf der anderen Seite ebenso atemberaubend wieder hinauf auf die Hochebene. Wir bleiben auf der B-165, bis wir ein weiteres Mal auf den Fluss stoßen. Hier hat sich das Bild völlig gewandelt: Der Río Salado fließt nun durch ein breites Bett, und die üppig grünen Ufer dienen den Tieren der Wüste als lebenswichtige Trinkwasser- und Futterstelle. Genau hier schlagen wir auch unser Nachtlager auf. Der Platz ist perfekt: Wir stehen mitten in der unberührten Natur, sind aber gleichzeitig nah genug an der asphaltierten Straße, um morgen früh zügig nach Calama zur SAG-Behörde aufbrechen zu können. Als die Dämmerung hereinbricht, sind wir hier draußen wieder vollkommen allein. Der ohnehin spärliche Verkehr auf der B-165 kommt komplett zum Erliegen, und selbst der berüchtigte Wüstenwind flaut völlig ab. Was bleibt, ist ein tiefenentspannter Abend unter einem Vollmond, der so gigantisch und hell leuchtet, dass er die Atacama fast taghell erleuchtet. Der ohnehin spärliche Verkehr auf der B-165 kommt komplett zum Erliegen, und selbst der berüchtigte Wüstenwind flaut völlig ab.












