Nach einer sehr ruhigen Nacht starteten wir gut gelaunt in den neuen Tag. Susanne hatte gestern noch mit einem weiteren Tierarzt gesprochen, der uns empfohlen wurde, und dieser war wirklich sehr freundlich und bat uns, um 12:00 Uhr bei ihm in der Praxis mit Zora vorbeizukommen, um die notwendigen Untersuchungen zu machen und die Dokumente auszustellen. Um bloß nicht in Zeitnot zu geraten, wollten wir bereits um 10:00 Uhr losfahren, doch das MANle hatte da ganz andere Ideen. Zwar startete der Motor supergut, doch die Druckluft wollte sich einfach nicht aufbauen, und selbst die Erhöhung der Standgasdrehzahl änderte daran überhaupt nichts. Die Bremse löste sich nicht, ich konnte nicht schalten und die Warnanzeige für den zu geringen Vorratsdruck erlosch einfach nicht. Also nahm ich kurzerhand den Hammer in die Hand, um alle Druckventile mal ordentlich aufzuwecken. Tatsächlich hörte ich plötzlich ein scharfes Zischen, der Ton veränderte sich augenblicklich und bis ich wieder im Fahrerhaus ankam, war die Warnanzeige erloschen und die beiden Druckmanometer standen schon auf über zehn Bar, sodass wir nach dieser kleinen Schrecksekunde endlich losfahren konnten. Der Tierarzt lag in einem reinen Wohngebiet, in das wir mit dem MANle nicht einfahren konnten, aber keine 200 Meter davon entfernt gab es einen großen freien Platz, auf dem wir den Truck abstellten. Während Susanne mit Zora zum Tierarzt ging, krabbelte ich unter das MANle, um mir mal in Ruhe die Druckluftanlage anzusehen. Auffallend war, dass alle Ausblasöffnungen der Druckluftventile sehr schmutzig waren, was zwar kein Problem darstellen sollte, da die Filter nur eine Schallschutzaufgabe haben, aber dennoch reinigte ich sie alle gründlich. Am schlimmsten betroffen war der Ausblasfilter des Filtertrockners, der ja auch Öl aus der Druckluft ausscheidet, das über den Kompressor hineingerät, denn dort war fast gar kein Filter mehr zu erkennen, so dick war er mit ölgetränktem, festgebackenem Staub überdeckt. Auch diesen reinigte ich nun sehr gründlich, wohl wissend, dass das alles nicht die Ursache für ein hängendes Druckluftventil sein kann, aber es kann ja schließlich auch nicht schaden, alles gut sauber zu halten. Als Susanne zurückkam, hatten wir nun endlich unser Gesundheitszeugnis für Zora in der Tasche und können damit am Dienstag gleich zur SAG-Behörde gehen, um die Ausreisepapiere erstellen zu lassen. Auf der Rückfahrt stoppten wir noch am kleinen Ort ChiuChiu, da Susanne die Kirche hier besichtigen wollte, während Zora und ich beim MANle blieben, denn Kirchen sind nun mal absolut nichts für uns zwei. Anschließend fuhren wir zurück zur Laguna Inka Coya, um dort wieder die Nacht zu verbringen. Gegen Abend kamen zwar einige Besucher, aber da es um 18:30 Uhr bereits stockdunkel wurde, waren wir schnell wieder alleine, und da wir nicht so sehr hungrig waren, gab es heute Abend nur ein kleines Vesper, bevor wir den restlichen Abend mit Lesen verbrachten und ich meine vielen Bilder etwas umsortierte, um da wieder etwas mehr Ordnung reinzukriegen.








