| 177497 Kilometer ges. | 28°31`55.99“Süd | 57°10`53.96“West |
| 0l Brauchwasser | 0l Trinkwasser | 0l Diesel |
| 0l Benzin | 80m Höhe | 1000mbar |
Früh am Morgen werden wir geweckt, denn die Holzarbeiter fahren mit ihrem Traktor an uns vorbei, um die fertigen Stämme zu holen, die dort lagern. Wir haben uns so aufgestellt, dass sie problemlos passieren können. Sie haben allerdings auch zwei Hunde dabei, und damit ist es mit der Ruhe endgültig vorbei, denn Zora will sofort raus und die Lage checken. So sind wir früh reisefertig und biegen zurück auf die Ruta 40 ein, die hier zunächst noch sehr gut asphaltiert ist. Nach etwa 20 Kilometern ändert sich das schlagartig, der Asphalt weicht einer tiefen Schlaglochpiste, deren Seitenränder noch feucht und weich sind. Die Fahrbahn wölbt sich stark zur Mitte hin auf, sodass das MANle immer wieder in Richtung des tiefen Seitenstreifens drängt. Wir senken den Reifendruck vorne auf 3,5 und hinten auf 4,5 Bar ab, woraufhin das MANle mit 40 km/h spürbar komfortabler über die Piste rollt. Langeweile kommt ohnehin nicht auf, denn am Pistenrand stehen immer wieder Wasserschweine und beobachten die Szenerie. Zur Mittagszeit erreichen wir Colonia Carlos Pellegrini, parken direkt am Ortsrand vor der Überquerung der Lagune am Besucherzentrum und entrichten den Eintritt für den Nationalpark. Zwei kurze Rundwege lassen sich dort in zwei Stunden entspannt erkunden. Für Zora gilt hier allerdings strenger Hausarrest, da sich überall Capybaras und Kaimane tummeln. Die Tierwelt zeigt sich in voller Vielfalt, und um die zahlreichen Wasserschweine muss man auf den Wegen stellenweise regelrecht herumnavigieren. Zurück am Fahrzeug steuern wir den Camping Municipal Carlos Pellegrini an, wohlwissend, dass das Einfahrtstor für unser Fahrzeug zu niedrig ist. Eigentlich wollten wir auf dem Vorplatz übernachten, um morgens direkt an den dort startenden Bootstouren teilzunehmen, doch eine Baustelle versperrt den Platz. Wir weichen daher auf den rund 300 Meter entfernten Campingplatz Camba Cuá am Dorfrand aus. Dort gibt es keine Höhenbeschränkung, und da wir die einzigen Gäste sind, steht uns das gesamte Areal offen. Wir wählen einen sonnigen Stellplatz nahe einem Unterstand mit niedrigen Bäumen. Beim Rangieren treffen wir jedoch ein völlig überwachsenes, unsichtbares Schlammloch, woraufhin das MANle auf der rechten Seite unvermittelt bis zur Achse versinkt. Zunächst fixiere ich das Chassis hinten mit Auffahrbrettern und Hebekissen. Dadurch federt das Fahrzeug jedoch lediglich aus, während das Rad tief im Morast stecken bleibt. Auch das Ansetzen des Kissens unter dem Differenzial bringt zunächst wenig, da es im weichen Boden versinkt und das Rad nur minimal anhebt. Dieser Freiraum reicht jedoch aus, da das MANle nun nicht mehr nachrutscht, sodass wir das Rad freischaufeln und eine unserer Sandblechrampen darunterschieben können. In diesem Moment trifft ein Mitarbeiter des Platzes mit einem großen Traktor ein und bietet Unterstützung an. Nachdem ich noch rasch das Erdreich unter der Einstiegstreppe weggestemmt habe, um Schäden zu vermeiden, hängen wir das Bergegeschirr an. Mit der Zugkraft des Traktors rollt das MANle problemlos aus der Senke. Um weiteren Überraschungen vorzubeugen, verlassen wir die Wiesenfläche und stellen das Fahrzeug auf einem befestigten Bereich direkt am Fahrweg ab. An einer nahegelegenen Wasserstelle reinigen wir die gesamte Ausrüstung gründlich vom Schlamm. Dank der vorhandenen Stromanschlüsse bereiten wir das Abendessen im bordeigenen Backofen zu, es gibt frische Hähnchenschenkel, dazu in der Pfanne angebratene Polenta und einen frischen Karottensalat. Bei milden 22 Grad sitzen wir draußen, wehren die aufkommenden Stechmücken ab und beobachten Zora, die mit einigen örtlichen Hunden Bekanntschaft schließt, sich wegen des Essensgeruchs aber nie weit entfernt. Über einen kleinen Pfad, der vom Platz direkt zur 80 Meter entfernten Lagune führt, genießen wir das Abendrot über den Feuchtgebieten, bevor wir uns bei geöffneten Fenstern mit den nächtlichen Lauten der Sumpfwelt schlafen legen.






































