Wir genießen diesen Morgen zwischen den Vulkanen und lassen die Sonne lange auf unser MANle scheinen. Da kaum Wind die Wärme wegträgt, wird es schnell angenehm warm. Unsere treue KI Nayru hat uns als Ziel die Laguna Inka Coya vorgeschlagen und das ist ganz in unserem Sinn. Von dort aus können wir schnell die Stadt Calama erreichen, um alle unsere Aufgaben zu erledigen, aber auch schnell wieder zurückkehren, um in Ruhe die Nacht zu verbringen. Es sind nur 70 Kilometer bis dorthin, daher lassen wir es gemütlich angehen. Die Ruta 21 fällt nun in vielen Wellen immer weiter nach unten, und über viele Kilometer rollt das MANle im sogenannten Rollmodus einfach ohne Kraftschluss den Berg hinunter. An der Oase werden wir von einer ganz lieben, begeisterten Frau empfangen, die uns aufs Herzlichste willkommen heißt. Wir sind alleine hier und so können wir uns den Platz für unsere Übernachtung frei aussuchen. Nachdem das MANle auf die Bretter gefahren ist und schön ausbalanciert steht, machen wir uns auf den Weg, die Lagune und den Fluss, der hier vorbeiläuft, zu erkunden. Es ist schon krass, hier mitten im Herzen der Atacama, einer der trockensten Wüsten der Welt, so eine Lagune mit Flusslauf zu finden. Viele Tiere der Wüste versammeln sich hier am sicheren Trinkwasser. Als wir zurück sind, widme ich mich noch ein weiteres Mal unserem Ersatzrad. Dieses ist ja auf unsere defekte Felge aufgezogen, und ich öffne noch einmal den Felgenring um ca. 5 mm, um eine dicke Schicht Sikaflex komplett zwischen Ring und Felge zu bringen. Danach lasse ich es eine Stunde aushärten und schraube anschließend den Ring wieder fest. So bleibt das nun bis morgen früh, bis alles erstarrt ist, erst dann will ich den Reifen wieder aufpumpen. Nun kommen auch einige wenige Besucher, die aber alle im vorderen Bereich des recht großen Parkplatzes stehen bleiben und uns nicht stören. Es ist am späten Nachmittag recht warm hier, und so holen wir Tisch und Stühle raus und genießen es, mal wieder in der Sonne zu sitzen und draußen zu essen. Erst als sich die Sonne hinter die Berge schiebt, zeigt die Atacama wieder ihr wahres Gesicht. Der kalte Wind kommt zurück und die Temperaturen rasen förmlich in den Keller. Doch hier auf 2600 m Höhe bleiben sie bei ca. -3 °C auf einem völlig angenehmen Niveau. Zora hat diese Oase sofort ins Herz geschlossen. In den flachen Uferzonen kann sie sich gut im Wasser bewegen, es gibt viele Tiere, die ihre Aufmerksamkeit erregen, und eine endlose Weite, in der sie weite Wege laufen kann, ohne dass ihr jemand Einhalt gebietet. Als dann auch noch ein verspielter Labrador auftaucht, ist ihr Glück komplett und die beiden machen gemeinsam die ganze Gegend unsicher. Erst als die Hundefamilie wieder geht, kehrt Zora müde zurück. Nur die Bratwurst in der Pfanne kann sie noch einmal kurz zum Aufstehen motivieren. Wir alle sind aber etwas müde und so kehrt nach dem Abwasch schnell Ruhe ein. Auch hier herrscht diese absolute, magische Stille der Atacama. Da oben bei der Einfahrt die Schranke um 18:00 Uhr geschlossen wird, kann uns auch niemand mehr stören.














