Wir schaffen es ja öfter, uns in knifflige Situationen zu bringen, aber auf der Fahrt nach Lasana, um das historische Fort Pukará de Lasana zu besichtigen, haben wir uns besonders Mühe gegeben. Bis zum Wasserwerk war die schmale Schotterpiste noch ganz passabel. Doch als wir um eine enge Linkskurve bogen, stockte uns kurz der Atem: Die Piste maß gerade einmal ca. 2,60 Meter in der Breite, übersät mit tiefen Löchern. Links die nackte, unnachgiebige Felswand, rechts der unbefestigte Abgrund. Und als wäre das nicht genug, folgten natürlich prompt weitere enge Kehren. Das sah auf Google Street View aber noch viel besser aus und hat nun damit nichts mehr zu tun. Nachdem wir die ersten engen Kurven gerade so gemeistert hatten, wurde die Piste erst recht zum Nadelöhr. An Rückwärtsfahren war längst nicht mehr zu denken. Zentimeterweise schoben wir uns an der Felswand entlang, jeden Moment bereit für den Aufprall. Millimeterweise tasteten wir uns durch die Schlaglöcher, um das MANle bloß nicht zum Schwanken zu bringen. Am Ende ging es glimpflich aus: Nur einmal touchierte unser Astabweiser ganz kurz eine Felsnadel. Unten im Ort angekommen, mussten wir erst einmal tief durchatmen. Doch die Erleichterung währte nur kurz. Die geplante Weiterfahrt scheiterte an einer Brücke, maximal 5 Tonnen Traglast und viel zu schmal für unseren Truck. Also hieß es wenden, was an einer Kreuzung zum Glück machbar war. Ein großes Schild am Ortsausgang ließ unseren Mut jedoch prompt wieder sinken: Die B-175 ist für LKW und Busse komplett gesperrt. In gelernter Off-Road-Manier stellten wir das MANle ab, und ich lief die Strecke erst einmal rund zwei Kilometer zu Fuß ab, um die Lage zu sondieren. Die Fahrbahn war auch hier nur 2,50 Meter breit, aber immerhin gut befestigt und asphaltiert. Die wenigen engen Stellen verliefen geradeaus und sollten kein unüberwindbares Hindernis darstellen. Da es zudem immer wieder Passagen gab, die sich zum Wenden eigneten, beschließen wir, diesen Weg zu riskieren – auch wenn er mit über 10 Kilometern einen deutlichen Umweg bedeutete. Wir fuhren los, fest die Daumen drückend, dass uns niemand entgegenkommen würde. Wieder ging es oft nur im Schritttempo voran, doch es war kein Vergleich zur Millimeterarbeit von vorhin. Zwar mussten wir den einen oder anderen Ast unfreiwillig verbiegen, aber die Säge konnte im Staufach bleiben. Die kleinen Häuseransammlungen auf dem Weg waren zwar eng, aber machbar. Kurz bevor die schmale Straße schließlich wieder auf die Ruta 21 traf, wurde sie endlich zweispurig und gut ausgebaut. Wir sind unendlich froh und auch ein bisschen stolz, das alles komplett unbeschadet gemeistert zu haben.




