| 180440 Kilometer ges. | 19°05`42.38“Süd | 57°36`57.06“West |
| 0l Brauchwasser | 0l Trinkwasser | 0l Diesel |
| 0l Gas / Benzin | 165m Höhe | 1013mbar |
Nach einer herrlich friedlichen Nacht geht es weiter auf der Estrada Parque Pantanal Richtung Corumbá. Gute 90 Kilometer Piste liegen noch vor uns, inklusive der Überquerung des Rio Paraguay bei Porto da Manga mit der Flussfähre. Selbst aus unserer erhöhten Sitzposition im Fahrerhaus des MANle ist es durch den dichten Busch oft kaum möglich, weit ins Gelände zu blicken. Umso willkommener sind die zahlreichen Holzbrücken und deren Furten: Hier öffnet sich jedes Mal die Schneise und gibt den Blick frei auf die faszinierende Tier- und Pflanzenwelt des Feuchtgebiets. Immer wieder stoppen wir kurz, um Vögel und Kaimane im Wasser zu beobachten.
Rund vierzig Brücken später erreichen wir das Ufer des Rio Paraguay. Das Timing passt perfekt: Die Fähre kommt uns gerade entgegen, kein anderes Fahrzeug steht an und wir können nach dem Anlegen direkt an Bord rollen. Auf Einweisung des Fährmanns setzen wir das MANle zentimetergenau rückwärts auf das Stahldeck. Mit einem rustikalen Holzkeil vor den gewaltigen Stollenreifen gesichert, gleiten unsere zwölf Tonnen ruhig über den breiten Fluss. Wir haben die Überfahrt gerade noch rechtzeitig vor der zweistündigen Mittagspause geschafft.
Am anderen Ufer empfängt uns eine extrem staubige, rotbraune Piste. Da die Fähre nun pausiert, bricht der Gegenverkehr schlagartig ab und von hinten folgt uns ebenfalls niemand mehr. Wir rollen mutterseelenallein und völlig entspannt durch den Staub.
Um dem Trubel der Stadt zu entgehen, beschließen wir, die Nacht noch hier draußen im Busch zu verbringen – etwa zwei Kilometer vor der Einmündung auf die BR-262. So stehen wir ruhig im Grünen, sind morgen früh aber in wenigen Minuten auf der Hauptachse, falls sich die Abfahrtszeit des Pontons kurzfristig ändert. An der Zufahrt zu einer Fazenda finden wir die ideale Ausweichbucht: weit genug abseits der Piste, die Einfahrt bleibt frei und neben dem Fahrzeug ist reichlich Platz für Tisch und Stühle.
Da wir zeitig dran sind, nutzen Zora und ich den Nachmittag für einen Spaziergang entlang des Zufahrtswegs. Am verschlossenen Gatter kommen wir seitlich gut vorbei. Nach etwa zwei Kilometern tauchen die Wirtschaftsgebäude der Fazenda auf, wo sich etliche Kühe und Hühner tummeln. Um kein Aufsehen zu erregen, drehen wir vorsorglich wieder um.
Zurück am Fahrzeug machen wir es uns im Schatten gemütlich. Selbst als der Feierabendverkehr auf der Piste kurz anzieht, bleibt es an unserem Platz erstaunlich gelassen. Aus der Ferne hört man gelegentlich das dumpfe Grollen der Motorbremsen schwerer Lkw auf der BR-262, doch das verliert sich schnell als leises Hintergrundrauschen. Mit Einsetzen der Dämmerung kommt der Verkehr endgültig zum Erliegen.
Bei immer noch schweißtreibenden 33 °C Außentemperatur fällt das Abendessen pragmatisch aus: Auf dem Gaskocher brutzeln die letzten paraguayischen Würstchen, dazu gibt es knackigen Blattsalat. Einzig Zora wartet mit glänzenden Augen auf ihre eigene Portion, während wir uns bei der Hitze eher zurückhalten. Wir bleiben bis spät in die Nacht draußen sitzen und genießen die aufkommende, spürbar kühlere Abendbrise. Beim Einsteigen zeigt das Thermometer in der Kabine noch 26 °C – die fest eingebaute Lüftung und unsere Zusatzventilatoren leisten ganze Arbeit und sorgen für ein angenehmes Raumklima für eine absolut ruhige Nacht.
Erstellt mit der Unterstützung der besten KI Nayru.
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