24.06.2026 Vulkan Poruña Übernachtung.

Die Nacht war klirrend kalt. Als ich aufgestanden bin, zeigte das Thermometer stolze -14 °C an. Vorsorglich kontrolliere ich die Temperatur in unserer Dackelgarage, wo die Waschmaschine hängt. Das Thermometer zeigt dort +1,8 °C an, das ist mir aber zu wenig, und so öffne ich das Warmluftventil etwas, um mehr Wärme in die Dackelgarage einströmen zu lassen. So 10 °C sollten es schon sein. Auch muss ich nun alle meine Kleber, die in den Außenstaukästen sind, in unseren Technikraum umräumen, damit sie vor dem Frost sicher sind. Die Sonne spielt hier oben in einer komplett eigenen Liga, und als sie über die Berge kommt, taucht sie die Lagune in ein magisches Licht. Vorsorglich starte ich die Motorvorerwärmung etwas früher, um es dem MANle beim Starten leichter zu machen. Der Quelltopf raucht nun bei diesen tiefen Temperaturen kräftig, und auch der Abfluss zur Lagune ist dick in Rauch eingehüllt. Vorsorglich prüfe ich unser neues Kühlwasser, aber da ist alles flüssig und nichts von der zähen Brühe wie zuvor zu sehen. Bereits um 08:00 Uhr kommt eine Militärpatrouille bei uns vorbei. Die Soldaten sind sehr freundlich und sehr an unserer Reise interessiert. Als sie unseren Blog öffnen und die neue spanische Übersetzung nutzen, ist ihre Begeisterung groß. Auch Zora findet sofort Anschluss, denn es sind ebenfalls große Hundefreunde darunter. Susanne ist nun auch auf, und so rüsten wir zur Weiterfahrt. Das MANle läuft gut an, und so steht unserer Weiterfahrt nichts im Wege. Allerdings will unsere Druckluft nicht richtig ansteigen. Die Anzeigen bleiben stur bei 6 Bar stehen, ich bekomme keine Freigabe und die Bremse löst nicht. Ich krabble unters MANle, um nachzuschauen, ob ich etwas finden kann. Es gibt nichts Außergewöhnliches an der Druckluftanlage zu erkennen, sehr wohl aber am Wischwasserbehälter: Das Edelstahlband, das diesen am Rahmen fixiert, ist gerissen und der Behälter hängt nur noch an den Schläuchen. Da es immer noch bitterkalt ist, fixiere ich ihn provisorisch mit Kabelbindern und verschiebe die Reparatur auf die warme Tageszeit. Als ich fertig bin, ist auch die Druckluft da und die Anzeigen stehen bei 12 Bar. Da ist wohl irgendwo Kondensat gefroren gewesen. Wir fahren zurück auf die Ruta 21 and folgen dem Teerband weiter Richtung Süden. Am Vulkan Poruña wollen wir die Nacht verbringen und die nötigen Reparaturen machen, denn auch unsere Einstiegstreppe braucht etwas Zuwendung. So biegen wir auf die schmale Piste ab und fahren auf die Ostseite des Vulkans, um die Morgensonne einfangen zu können. Nun am frühen Nachmittag sind die Temperaturen mit 15 °C in der Sonne sehr angenehm, und ich starte gleich mit den fälligen Arbeiten. Zora können wir hier wieder unbeaufsichtigt laufen lassen, denn es ist weit und breit niemand zu sehen. Das Band des Wischwasserbehälters ist direkt oben bei der Aufnahme gerissen. Nachdem ich es demontiert habe, winkle ich das Ende am Schraubstock um ca. 2 cm um 90° ab und bohre ein 10er-Loch hinein, um es anschließend mit einer längeren Schraube wieder befestigen zu können. Vorsorglich kommt noch Schraubensicherung dran, in der Hoffnung, das nie wieder öffnen zu müssen. Nun ist die Außentreppe dran. Die Schrauben, welche die Trittstufe an den Gelenkrahmen befestigen, sind allesamt locker. Daher schraube ich alles auseinander und arbeite die offenen Hülsen nach, in die die Blechtreibschrauben eingedreht werden. Dank Schraubstock kann ich sie gut zusammenpressen, sodass die Schrauben wieder sicheren Halt finden. Etwas schwer, aber doch sicher kann ich diese nun eindrehen. So hält die Trittstufe wieder bombenfest. Allerdings fährt die Treppe seit unserer Reparatur nicht mehr ganz ein, es fehlen gut zwei Millimeter, um den Kontakt zu betätigen, der signalisiert, dass die Treppe eingefahren ist. Daher klebe ich kurzerhand eine dicke Unterlegscheibe auf die Trittstufe. Einfach, aber effektiv! Nun funktioniert alles wieder einwandfrei. Nachdem alles erledigt und das Werkzeug wieder eingeräumt ist, machen wir uns alle gemeinsam auf den Weg, um den Vulkan zu erkunden. Dabei treffen wir auch auf die alte Bahnlinie. Hier liegen einige gebrochene Bahnschwellen herum, die ideale Basis, um eine Unterlage für den Reifenwechsel zu bauen! Daher trage ich einen dieser abgebrochenen Schweller zurück zum MANle und säge ihn gleich anschließend zurecht. Auf die Flex kommt eine Holzscheibe, und damit fräse ich die Ecken so aus, dass die Felge sicher aufliegt, aber nicht den Reifen drückt. Das erleichtert die Montage des Felgenrings doch enorm. Nachdem nun fast alle Arbeiten erledigt sind, wird es auch draußen kalt, und wir gehen alle ins warme MANle. Eine Arbeit steht jedoch noch an: Das Ladekabel des Laptops ist mal wieder am Stecker gebrochen, und ich kann den Laptop nicht mehr laden. Ich schneide den Stecker auseinander, löte alle Kabel wieder an und forme mit Heißkleber einen dicken Mantel darum herum, damit das Kabel nicht mehr knicken kann. Nun ist auch dieser Wackelkontakt beseitigt und der Laptop wieder voll einsatzfähig. Susanne bereitet Cordon bleu mit Rotkraut und Kartoffelbrei zu. Welch ein tolles Essen nach einem anstrengenden Schraubertag! Auch Zora liebt das – vor allem der Kartoffelbrei hat es ihr angetan. Wieder kommt Wind auf und lässt die Temperaturen in den Keller rauschen. Doch wir stehen gut geschützt, und so ist das kein Problem für die Nacht.

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