22.08.2026 Camping Punta Arena in Cayastá Stadtbesuch

Heute starten wir mit einem atemberaubenden Sonnenaufgang in diesen Samstag. Da wir erst für den Abend mit Silvio verabredet sind – einem Schweizer Lehrer, der hier schon seit vielen Jahren lebt, haben wir den ganzen Tag Zeit, um die weitläufige Anlage zu erkunden. Zora ist natürlich sofort voll bei der Sache, als wir die vielen Wege hinunter zum Wasser laufen. Es gibt hier einen sehr großen Bereich, der als Öko-Camping ausgewiesen ist: naturbelassen, nur mit einfachen Wegen und gemauerten Feuerstellen. Für autarke Camper wie uns ist das für ein bis zwei Nächte absolut ideal. Da es dort keine sanitären Anlagen gibt, verirren sich kaum Tagesgäste hierher. Im Moment ist die Ecke menschenleer, sodass wir alles ganz in Ruhe auskundschaften können, ohne jemanden zu stören. Zora erkundet natürlich jeden Pfad, und etliche Stellen, an denen überhaupt kein Weg existiert. Klatschnass kommt sie schließlich zurück. Da hat wohl jemand ernsthaft versucht, über Seerosen zu laufen! Wir marschieren fast einen Kilometer, bis wir den Botanischen Garten erreichen. Er ist erstaunlich gepflegt und einige Sträucher stehen bereits in voller Pracht. Wieder einmal staunen wir über exotische Blüten, die wir so noch nie gesehen haben. Aber Nayru ist wieder zur Stelle und hilft mit Ihren Wissen aus. Auf dem Gelände leben sechs Hunde, und Zora hat mit ihnen längst Freundschaft geschlossen. Ein großer Schäferhund schließt sich uns spontan an und geht mit Zora auf gemeinsame Schnüffeltour. Im Picknickbereich stehen heute ein paar Autos, und am Ufer lassen Angler ihre Boote zu Wasser. Unser Weg führt uns weiter zu einer großen Koppel mit grasenden Pferden. Der Schäferhund rennt sofort bellend auf sie zu, doch die Tiere kennen ihn offenbar und lassen sich überhaupt nicht aus der Ruhe bringen. Nur eine Stute stellt sich instinktiv schützend vor ihr junges Fohlen. Zora lassen die Pferde völlig kalt – sie steckt ihre Nase viel lieber in eines der unzähligen Erdlöcher. Über das Ufer geht es schließlich zurück zum MANle, wo wir uns für den Fußmarsch in die Stadt fertig machen. Da es keinen direkten Weg gibt, laufen wir gut fünf Kilometer bis zum zentralen Platz. Das Stück durch die Vororte ist allerdings etwas ungemütlich: Hier streunen etliche Straßenhunde herum, teilweise in Rudeln von mehr als fünf Tieren. Sie treten nicht gerade freundlich auf, sodass ich einige Male sehr bestimmt auftreten muss, um sie auf Distanz zu halten. Einige knurren drohend, doch man merkt deutlich, dass dahinter vor allem Angst steckt. Mit einem kleinen Zweig, den ich kurz über den Kopf hebe, ist das Problem schnell gelöst – die Meute nimmt sofort Reißaus. Am Platz wartet Silvio bereits auf uns. Er hat sich einiges überlegt und führt uns quer durch die Stadt. Er zeigt uns die Kirche und ein beeindruckendes großes Wandgemälde, das die enge Verbindung zwischen der indigenen Urbevölkerung und den Einwanderergenerationen darstellt. Da Silvio hier seit vielen Jahren unterrichtet, wird er an fast jeder Ecke herzlich gegrüßt – als Lehrer ist er sichtlich geschätzt und beliebt. Am anderen Ende, etwas außerhalb der Stadt, erreichen wir schließlich die historische Ausgrabungsstätte des ursprünglichen Santa Fe (Santa Fe la Vieja). Eigentlich ist für heute schon geschlossen, doch wie der Zufall es will, ist der Wachmann ein ehemaliger Schüler von Silvio. Für uns öffnet er prompt noch einmal die Pforten! Die Zeit reicht zwar nicht mehr für das gesamte Areal, aber wir können die Gedenktafeln studieren und über die schön angelegten Wege zu den alten Steinfundamenten der historischen Kirchen und Wohnhäuser spazieren. Danach machen wir uns auf den Rückweg zum Hauptplatz. Da die Restaurants hier in Argentinien erst ab 20:15 Uhr öffnen, kehren wir spontan in einem Schnellimbiss ein, um eine Kleinigkeit zu essen und ein kühles Bier zu trinken. „Schnell“ war die Küche zwar nicht, dafür war das Essen hervorragend zubereitet und richtig lecker. Für den Heimweg organisiert Silvio einen Freund, der uns mit dem Auto zurück zum Campingplatz fährt. Es ist spät geworden, und wir fallen im MANle förmlich ins Bett. Zora hat schon während der Autofahrt tief und fest geschlafen. Drinnen verkriecht sie sich direkt unter den Tisch und rührt sich nicht mehr. Erst Stunden später steht sie leise vor unserem Bett und bittet mit treuem Blick darum, hochgehoben zu werden, um sich ganz nah an uns zu kuscheln.

Navi­gation