Die Nacht an der Ruta 40 war herrlich ruhig und erholsam. Gleich morgens ging ich mit Zora auf Erkundungstour durch die Umgebung. Während die Dame allerdings nur Augen und Nase für ein paar alte Tierskelette hatte, zog ich allein weiter, um die wilde Landschaft in aller Stille auf mich wirken zu lassen. An den steilen Erdhängen fielen mir große Höhlen auf, unter denen reichlich Vogelkot hing, auch wenn sich die gefiederten Bewohner heute Morgen leider bedeckt hielten. Nachdem Zora ihre Morgentoilette erledigt hatte und auch Susanne gestärkt vom Frühstück war, rollten wir wieder auf die Piste. Rund 60 Kilometer trennten uns noch von Cachi, die wir ganz gemütlich angehen wollten. Als sich das Tal wieder zu einem engen Canyon verengte, wurde die Passage zwar spürbar schmaler, blieb aber weiterhin wunderbar zu fahren. An einer breiten Schotterfläche legten wir eine Pause ein, stellten das MANle ab und spazierten hinunter zum Fluss. Zora war sofort in ihrem Element und stand im kühlen Wasser. Das Spiel aus den leuchtend roten Felsen, dem frischen Grün am Ufer und dem blauen Flusswasser war einfach gewaltig – genau die richtige Kulisse für einen kleinen Spaziergang. Zurück auf der Ruta 40 wurde der Belag immer besser, bis wir schließlich auf die asphaltierte Ruta 33 trafen. Ab hier rollten die letzten Kilometer nach Cachi wie von selbst. Direkt hinter der Brücke am Ortseingang entdeckten wir einen riesigen Platz am Fluss, ideal um das MANle für die nächsten zwei Tage häuslich einzurichten. Nach einem kurzen Snack ging es direkt an die Arbeit: Die Treppe vom MANle verlangte nach Reparatur. Ich zerlegte die gesamte Konstruktion in ihre Einzelteile, um alle verzogenen Streben wieder sauber auszurichten. Die gebrochenen Konsolen der Stufen richtete ich am Schraubstock wieder gerade und fertigte aus Edelstahlblech vier Schienen an, mit denen ich die Halterungen massiv verstärkte und fixierte. Schließlich kümmerte ich mich noch um das gebrochene Motorgehäuse, das ich mit Glasfaserband und Epoxidharz neu ausformte und über Nacht aushärten ließ. Erst am späten Abend war alles fertig vorgerichtet. Wir blieben fürs Abendessen direkt am MANle und machten es uns bei einer Kleinigkeit gemütlich. Zora war derweil mit dem Boxer aus der Nachbarschaft auf Kumpeltour und ließ sich von ihm die besten Ecken des Reviers zeigen. Erst als es schon längst dunkel war, kehrten die zwei Streuner zurück – und Zora schlummerte wenig später tief und zufrieden unter dem Tisch ein.
























