Der Tag erwacht mit einem wunderschönen Morgenrot, und mittlerweile ist auch deutlich mehr los auf der Straße. Doch die Geräuschkulisse hier drinnen ist gut gedämpft. Als ich mit Zora rausgehe, nehme ich die Autoschlüssel mit und prüfe wieder unseren Kühlwasserfüllstand. Wie zu erwarten, ist weiter Luft aus dem System entwichen, sodass ich nun die letzten zwei Liter Kühlflüssigkeit einfüllen kann. Insgesamt sind jetzt 26 Liter drin – das sollte es nun gewesen sein. Drei Liter habe ich als Reserve noch dabei, sollte ich später doch noch etwas nachgeben müssen. Hier auf 3.300 Metern Höhe und bei 3 °C Außentemperatur startet das MANle auch ohne Motorvorerwärmung absolut problemlos. Nachdem wir alles sicher verstaut haben, wollen wir nun die letzten 70 Kilometer zum Salar de Huasco in Angriff nehmen. Hierfür müssen wir auf stolze 4.300 Meter hochfahren, bevor es wieder auf 3.700 Meter hinunter zum See geht. In der dünnen Höhenluft und bei fast maximaler Motorleistung kämpft das MANle immer mal wieder mit der Temperatur. Der Lüfter startet nach wie vor etwas zu spät. Doch auch wenn er dann läuft, muss ich die Drehzahl konstant bei 1.700 U/min halten, damit die Kühlwassertemperatur im grünen Bereich bleibt. Mit der Zeit habe ich den Bogen jedoch raus, und die Temperatur bleibt genau da, wo sie hingehört. Um die Mittagszeit erreichen wir schließlich den Salar de Huasco und nehmen direkt die Piste um den See in Angriff. Der Weg ist immer mal wieder von tiefen Gräben durchzogen, die wir vorsichtig umfahren müssen. Only ein einziges Mal müssen wir zurücksetzen, da ich merke, dass der Boden zu weich wird und das MANle immer tiefer einsinkt. Wir suchen uns eine Stelle mit härterem Untergrund und können unseren Weg erfolgreich fortsetzen. Da wir von hier aus auf der A-97-B Ruta Andina weiterfahren wollen, suchen wir uns nahe der Abbiegung einen Platz mit festem Boden, um das MANle für die Nacht abzustellen. Es weht ein starker, eisiger Wind, der alle Aktivitäten draußen fast gefrieren lässt. Obwohl das Thermometer 2 °C anzeigt, kommt man sich vor wie in einer Tiefkühltruhe. Zora stört das überhaupt nicht – für sie gibt es hier wieder unendlich viel zu entdecken. Zahllose Skelette am Wegesrand zeugen davon, wie unerbittlich diese Gegend für Mensch und Tier sein kann. Wir gehen nur ein kurzes Stück, bis uns der eisige Wind wieder ins warme MANle zurücktreibt. Zora bleibt noch etwas draußen; sie hat mittlerweile gelernt zu bellen, wenn sie wieder rein möchte. Am Abend erleben wir einen wunderschönen Sonnenuntergang und danach einen traumhaften, klaren Sternenhimmel. Susanne zaubert uns ein tolles Abendessen mit panierten Koteletts, Kartoffelbrei und Rotkraut – genau die richtige Stärkung nach so einem kalten Spaziergang. Nachdem auch Zora schließlich reinkommt, machen wir die Schotten dicht und rüsten uns für die Nacht. Der Wind lässt stark nach und zu unserer großen Überraschung bleibt das Thermometer bei -2 °C stehen. Es wird eine extrem ruhige Nacht, in der nicht das leiseste Geräusch zu hören ist. Lediglich das Heizungsgebläse, das immer mal wieder kurz die Drehzahl erhöht, begleitet uns in den Schlaf.






















