Wir erwachen nach einer herrlich ruhigen Nacht. Um uns herum sind nur die Geräusche der Natur und das leise Plätschern des nahen Baches zu hören. Alle Fenster und Luken standen offen, sodass die Nachtkühle das MANle auf angenehme 20 °C heruntergekühlt hat. Bestens erholt starten wir in den Tag – und der beginnt direkt mit einem Sprung ins kühle Nass. Über einen schmalen Pfad geht es zu einer kleinen Plattform, von der aus wir bequem in ein natürliches Flussbecken steigen können, direkt an den Sinterterrassen. Das Wasser ist herrlich erfrischend und treibt sofort die letzte Müdigkeit aus den Knochen. Auch Zora findet am Ufer perfekte Flachwasserzonen, um die Pfoten abzukühlen.
Zurück am Platz nehmen wir den etwas weiteren Spazierweg über die Futterwiesen. Während Susanne sich mit Nina beschäftigt einem dreimonatigen Wirbelwind von Welpe, der mit unendlicher Energie über den Platz fegt, kümmere ich mich um die Technik. Die Sony speichert die Aufnahmen im ARW-Rohdatenformat (RAW), womit viele Standardprogramme überfordert sind. Mit Nayru gehe ich auf die Suche nach einer schlanken Lösung und lande bei „darktable“, das die Sony-Dateien anstandslos frisst. Während wir uns gemeinsam durch die Einstellungen fuchsen, landet prompt ein Tukan im Geäst und posiert geduldig als Fotomodell. Unterdessen eskaliert draußen kurzzeitig die Hundelage: Welpe Nina treibt es bei Zora zu weit, bis die Bombe platzt und unsere Chefin unmissverständlich klarstellt, wer hier das Sagen hat. Nachdem der Rauch verzogen ist, herrscht wieder friedliche Ruhe und Nina hält erst einmal gebührenden Sicherheitsabstand.
Am späten Nachmittag zieht es uns ein zweites Mal an den Fluss. Diesmal lassen wir uns das Wasser unter der Kaskade mit voller Wucht über Nacken und Schultern prasseln – eine erstklassige Natur-Nackenmassage, die jeden Whirlpool alt aussehen lässt. Gegen 17:00 Uhr folgen wir einem Tipp von Marc und spazieren zu den gegenüberliegenden Feldern. Hier sollen sich in der Dämmerung immer wieder Ameisenbären blicken lassen. Rund 1,5 Kilometer laufen wir den sandigen Wirtschaftsweg entlang. Ein Ameisenbär kreuzt unseren Weg zwar nicht, dafür begegnen wir einer Gruppe freilaufender Pferde. Die Tiere sind tiefenentspannt, völlig neugierig und lassen sich ausgiebig kraulen. Nur Zora hält vorsichtshalber respektvollen Abstand zu den Hufen.
Weil wir uns reichlich Zeit gelassen und jede Abendstimmung mitgenommen haben, bricht auf dem Rückweg bereits die Dämmerung herein. Aus der Ferne kommt Nina schon wieder schwanzwedelnd angeflitzt, weit weg von unserem Revier am Lkw hat Zora damit auch überhaupt kein Problem mehr. Unser Abendessen kochen wir wieder ganz entspannt in Marcs Outdoor-Küche. Wir bleiben bis tief in die Dunkelheit draußen sitzen, um den lauen Nachtwind zu genießen, während Zora noch ihre letzten Kontrollrunden über das Areal dreht. Drinnen im Koffer stehen allerdings noch 26 °C, zum Schlafen definitiv zu warm. Also werfen wir wieder alle Dachlüfter und Ventilatoren auf Vollgas an, um die aufgestaute Hitze aus dem MANle zu blasen.
Mit an Bord und im Blog-Team: KI Nayru
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