17.09.2026 Einreise nach Brasilien, Campground Oeste

Da wir noch rund 220 Kilometer bis zur Grenzstadt Ponta Porã vor der Haube haben, aber keinesfalls vor 14:00 Uhr dort eintreffen wollen, lassen wir den Tag vollkommen entspannt anrollen. An den paraguayischen Grenzstationen herrscht zwischen 12:00 und 14:00 Uhr strikte Siesta, es wäre also reine Zeitverschwendung, zu früh an der Schranke zu stehen. Stattdessen nutzen wir die gewonnene Zeit an der Laguna Blanca, toben mit Zora noch ausgiebig am Strand und genießen die Ruhe. Um 11:00 Uhr werfen wir schließlich den Diesel an und rollen gemütlich in Richtung brasilianischer Grenze. Unsere Rechnung geht perfekt auf. Um 14:20 Uhr erreichen wir die erste paraguayische Grenzstation. Vor uns steht keine Menschenseele, und nach gerade einmal fünf Minuten ist die Ausreise in den Pässen erledigt. Auch die zollamtliche Abmeldung der Fahrzeuge dauert keine zehn Minuten. Weiter geht es zu den brasilianischen Behörden, wo nicht nur auf die Siesta verzichtet wird, sondern auch die Uhren um eine Stunde zurückgestellt sind. Auch hier empfangen uns menschenleere Schalter, und die 90-tägige Aufenthaltsgenehmigung ist im Handumdrehen in unsere Pässe gestempelt. Anschließend steuern wir die nächste Behörde an, um den TIP für das MANle und die Beta auf der Bühne zu organisieren. Die Wartezeit ist erfreulich kurz, und die Dokumente werden direkt online erfasst. Der Beamte bittet lediglich darum, einen Blick auf die Fahrzeuge zu werfen. Ich lasse kurz die Hebebühne herunter, damit er das Nummernschild der Beta abfotografieren kann, und damit ist der gesamte Grenzübertritt auch schon Geschichte. Über die MS-164 verlassen wir die Grenzstadt Ponta Porã zügig nach Norden. Nach dem bürokratischen Akt haben wir uns für die Nacht den Campingplatz Centro Oeste ausgesucht. Er liegt ideal an unserer weiteren Route, bietet reichlich Freiraum und ist nur rund 26 Kilometer von der Grenze entfernt. Schon nach kurzer Fahrzeit über den roten Sand erreichen wir unser Tagesziel und parken das MANle auf der weiten, offenen Wiese. Luis, der Besitzer, empfängt uns ausgesprochen herzlich und zeigt uns alle wichtigen Einrichtungen. Der Landstrom läuft hier wieder mit 60 Hz, weshalb die Klimaanlage nur über unsere Bordbatterien betrieben werden könnte. Da es gegen Abend jedoch spürbar abkühlt, können wir auf ihren Einsatz getrost verzichten. Sobald der Truck sicher steht, lasse ich die Drohne aufsteigen, um mir aus der Vogelperspektive einen Überblick über das riesige Areal und die angrenzenden Felder zu verschaffen. Danach verwandelt sich die weitläufige Grünfläche in den perfekten Abenteuerspielplatz, auf dem Zora und ich nach Herzenslust herumblödeln können. Da noch Reste vom Vorabend in der Küche warten, steht das Abendessen rasch dampfend auf dem Tisch. Weil durch die Zeitumstellung die Dunkelheit eine Stunde früher hereinbricht, schwärmen auch die geflügelten Plagegeister zeitiger aus und fordern ihren Tribut. Mit einer kräftigen Ladung Mückenspray halten wir uns die Biester jedoch erfolgreich vom Leib. Bevor der Tag ausklingt, bringe ich noch feierlich den neuen Brasilien-Sticker am MANle an. Wenig später trottet auch Zora von ihrer letzten Erkundungsrunde über den Platz zurück zu uns. Wir verriegeln die Tür, öffnen alle Fenster und lassen die herrlich kühle Nachtluft durch den gesamten Wohnkoffer streichen.

Navi­gation