| 176457 Kilometer | 30°56`06.55“Süd | 62°53`27.45“West |
| 0l Brauchwasser | 0l Trinkwasser | 0l Diesel |
| 0l Benzin | 99m Höhe | 1017mbar |
Trotz der nahen Straße haben wir eine herrlich ruhige Nacht verbracht. Kaum auf den Beinen, übernimmt Zora voller Eifer ihre Schicht als selbsternannte Platzwartin. Um zu verhindern, dass sie die Flamingos im Flachwasser aufmischt, gehe ich sicherheitshalber als Aufpasser mit. Als wir von unserer ausgiebigen Morgenrunde zurückkehren, schält sich auch Susanne langsam und gemütlich aus den Federn. Der Tag steht ganz im Zeichen des Genusses: Echte 230 Volt aus der Platzsteckdose schreien förmlich danach, den Backofen anzuwerfen. Susanne knetet den Teig, während ich die Backstube unter das schützende Strohdach der Palapa verlege, man weiß ja nie, ob Pacha Mama heute noch die Schleusen öffnet. Nach dem zwei herrlich duftende Laibe fertig gebacken sind, zieht es uns raus in die weite Marschlandschaft. Auf einem leicht matschigen, aber gut gehbaren Pfad wandern wir knapp zwei Kilometer an der Uferlinie entlang. Ein Holzsteg führt uns weit hinaus über den Schlick bis ans offene Wasser, der perfekte Aussichtspunkt, um die bunte Vogelwelt der Lagune zu beobachten. Dank Nayru, unserer unermüdlichen KI, (gehbaren).bekommen wir jeden Vogel genau erklärt und auch zu dem alten versunkenen Savoy-Hotel, von dem man noch Überreste im Schlamm stecken sieht, wusste sie viel zu berichten. Auf dem Rückweg erkunden wir noch einen weiteren Steg, der vom Campingplatz zu einem Restaurant führt. Weil dort montags Ruhetag herrscht und keine Menschenseele unterwegs ist, drücken wir bei den unzähligen Hundeverbotsschildern beide Augen zu und nehmen Zora einfach mit. Am späten Nachmittag wird die Außenküche angeworfen. Dank unbegrenztem Landstrom darf der Schnellkochtopf auf der Induktionsplatte Schwerstarbeit leisten: Es gibt butterzartes Rindergulasch mit Salzkartoffeln. Pünktlich zum Essen lockert der Himmel auf, die Luft wird milder und die Sonne liefert beim Untergehen ein dramatisches, goldenes Abschiedsschauspiel ab, während die Flamingos im Dämmerlicht über das Wasser ziehen. Nach so viel frischer Luft und stundenlanger Revierkontrolle ist Zora restlos bedient. Mit vollgeschlagenem Gulaschbauch klettert sie freiwillig früh ins Bett und schläft sofort tief und fest ein. Als mit der Dunkelheit die Kälte über den See kriecht, schließen auch wir die Luken und lassen den Tag im mollig warmen MANle ausklingen.



















