| 176420 Kilometer | 30°54`10.63“Süd | 62°40`13.38“West |
| 0l Brauchwasser | 0l Trinkwasser | 200l Diesel |
| 0l Benzin | 100m Höhe | 1008mbar |
Die Nacht war sehr ruhig und wir haben gut ausgeschlafen. Zora juckt es in den Pfoten, der Bach rauscht zu verführerisch. So gehen wir früh an das leicht feuchte Flussufer, es ist mit 8 °C heute früh nicht so warm wie erwartet. Natürlich komme ich mit einem nassen Hund zurück und so muss sie sich eine ordentliche Abreibung mit dem Handtuch gefallen lassen. Wie üblich will sie noch mal hoch in die Betten, um noch etwas zu schlafen. Wir haben keine Eile, denn bis zur Estancia Jesuítica Santa Catalina sind es gerade mal 22 Kilometer. Nachdem wir alles zusammengepackt haben, starten wir das MANle und fahren über eine knochentrockene, von sehr tiefen Spurrillen durchzogene Erdpiste zur Kirche. Wir sind zu früh, denn für Besucher öffnet sie erst um 10:00 Uhr. Doch das erweist sich als großes Glück. Es kommt ein Mann auf uns zu, der zwei wunderschöne Pferde mit sich führt, und spricht uns an. Er bittet uns, mit ihm zu kommen, und so gehen wir in den großen Garten der Anlage. Er lädt uns sogar ein, ihm in den Innenhof zu folgen, der für reguläre Besucher gesperrt ist – und nun dämmert es uns: Es ist der Besitzer dieses privaten Anwesens. Auch seine Frau ist hier und sonnt sich auf einer der vielen Bänke. Sie spricht sehr gut Englisch und so können wir viel über die Geschichte des Ortes erfahren. Die Pferde werden gesattelt und wir helfen dabei. Als die beiden schließlich losreiten, geht Susanne mit einem Guide in die Kirche. Das kommt für mich nicht infrage und so tolle ich draußen im Garten mit Zora herum. Sie hat hier viele Verehrer, die aber alle sehr freundlich sind. Nachdem Susanne zurück ist, machen wir uns auf den Weg Richtung Laguna Mar Chiquita, um in Miramar die Ruine des Gran Hotel Viena zu besuchen. Da wir hierfür lange Zeit über die gut ausgebaute Ruta 17 fahren müssten, wollen wir lieber noch etwas Schotter unter die Räder nehmen und schlagen uns über Erdpisten bis zur Ruta 9 durch. Dort ist auf der gesamten Strecke der Strom ausgefallen und an den Tankstellen geht nichts mehr. Zum Glück sind wir noch gut mit Diesel versorgt und rollen entspannt weiter zur Ruta 17. An einer Puma-Station tanken wir schließlich guten Premiumdiesel, um ausreichend Reserve an Bord zu haben. Als wir in Miramar ankommen, trifft uns die volle Welle des langen Feiertagswochenendes – der Ort quillt über vor Tagesgästen. Wir stellen das MANle in einer Seitenstraße ab und machen uns auf den Weg zum See. Wo einst eine ganze Wohnsiedlung stand, liegen heute nur noch Backsteine herum; die große Überflutung Anfang der 70er-Jahre ließ den See so stark ansteigen, dass die Gebäude versanken und fast vollständig zerstört wurden. Hier im salzigen Uferschlamm laufen nur wenige Menschen, sodass wir dem Trubel etwas entkommen. Susanne möchte noch in den Ort, also schlendern wir an der Uferstraße entlang. Hier muss Zora an die Leine, denn ein Auto reiht sich ans nächste. Wie zu erwarten gibt es viele Souvenirstände, aber auch leckeres Süßgebäck und sogar einen Stand mit herrlich frischem, noch warmem Sauerteigbrot. Wir decken uns ein und treten den Rückweg an, da es spät geworden ist. Ich nasche das Gebäck, während wir zurücklaufen, und Zora weicht mir nicht von der Seite. Mit der einsetzenden Dämmerung reisen die meisten Besucher ab; nur ein paar Jugendliche mit lauter Musik fallen noch auf, ziehen aber bald weiter. Mitten in der Nacht werden wir noch einmal kurz von einer grölenden Gruppe aufgeschreckt, die wohl aus der Disco an den See zieht, doch wir bleiben unbehelligt und nach wenigen Minuten ist der Spuk auch schon wieder vorbei.















