Der Wind da draußen tobt so unbarmherzig, dass an Aktivitäten vor dem Truck überhaupt nicht zu denken ist. Während Susanne sich gemeinsam mit Bettina und Michael auf den Weg in die Stadt macht, nutze ich die Zwangspause für ein handfestes Projekt: Unsere Edelstahlboxen sind an der Reihe. Ich räume alles komplett leer, reinige die Antirutschmatten und befreie Wände und Böden vom unerbittlichen Andenstaub. Danach ist die Ausrüstung dran, jedes einzelne Teil wird gesäubert und auf Herz und Nieren geprüft. Auch der Benzinbrenner darf probeweise fauchen, damit er im Ernstfall verlässlich liefert. Das Ergebnis der Aktion? Der Staub hat lediglich den Standort gewechselt und sich gleichmäßig in meinen Haaren und Kleidern verteilt, bei diesem Wind schlicht unvermeidbar. Nach dem Auftanken des kleinen Benzintanks wird alles wieder ordentlich verstaut. Als Susanne zurückkehrt, belohnen wir uns erst einmal mit Kaffee und Gebäck. Die beste Nachricht des Nachmittags: Ich habe endlich eine neue argentinische Claro-SIM-Karte im Smartphone! Damit sind wir nun auch außerhalb unseres Starlink-Radius überall im Netz empfangsbereit. Unterdessen legt der Sturm weiter zu und peitscht in den Böen mit fast 100 km/h um uns herum. Die Behörden sprechen ein generelles Feuerverbot für die Region aus, aber an ein offenes Feuer würde hier bei diesem Wind ohnehin niemand im Traum denken. Mit ungewöhnlichen 30 °C ist es drückend heiß, doch die Einheimischen sind das extreme Wetter gewohnt. Die Luft ist so staubtrocken, dass die Wäsche auf der Leine schneller trocknet, als ich das nächste Stück aufhängen kann. Ich nutze die Gunst der Stunde, backe frisches Brot und lasse weitere Maschinen Wäsche durchlaufen, dank 230V/50Hz und Landstrom schnurrt die Waschmaschine im MANle wie zu Hause in Deutschland. Als die drei deutlich später als geplant von ihrer Erkundungstour zurückkehren, steht das Abendessen schon fast auf dem Tisch. Sie haben einen riesigen Ring Grillwürste im Gepäck, und ein extrem fluffiges, frisches Brot, das den Namen „Brot“ eigentlich kaum verdient, so weich ist es. Zusammen mit Susannes grünem Blattsalat zaubern wir ein grandioses Abendessen. Zora mutiert beim Duft der Grillwürste natürlich sofort zum Schatten am Tisch und ist durch nichts auf der Welt wegzukriegen. Selbst als wir uns zu Bett legen, heizt der Sturm die Nacht weiter an, das Thermometer zeigt immer noch tropische 29 °C. Die Klimaanlage bleibt jedoch strikt ausgeschaltet; der Wind wirbelt derart viel feinen Staub auf, dass wir uns das System nicht ruinieren wollen. So lauschen wir dem Tosen der Natur und schlafen erschöpft, aber glücklich ein.











