Die Nacht hat uns mit-5,4 °C empfangen, rechnet man den Korrekturwert von 5 Kelvin dazu, waren wir erneut tief im zweistelligen Minusbereich unterwegs. Ein Blick auf unsere Testflasche am Morgen bestätigte das: Die Kühlflüssigkeit war wieder ein zäher Brei. Doch unser MANle ist ein Kämpfer; dank der Serviceklappe in der Sonne und der Motorvorerwärmung war bis zu unserer Abfahrt alles wieder im grünen Bereich. Die erste Kurbelwellenumdrehung reichte aus, um den Motor zum Leben zu erwecken. Nach einer beeindruckenden Wanderung durch die dampfenden Geysire begannen wir heute den Abstieg von 4300 m Höhe. Auf der Route 485 und 15 ging es stetig abwärts Richtung Meereshöhe, mit dem Ziel, einen Platz auf 3500 m zu finden. In Puchultisa machten wir einen absoluten Glückstreffer. Der Ort, bewohnt von gerade einmal 12 dauerhaften Seelen – empfing uns mit einer Gastfreundschaft, die man selten findet. Wir durften nicht nur auf dem Hof einer sehr freundlichen Dame übernachten, sondern wurden sogar zum Mittagessen eingeladen. Der absolute Höhepunkt des Tages war jedoch die Einladung des Hausmeisters des örtlichen Thermalbads. Der Canyon, in dem das Bad liegt, hat uns so sehr fasziniert, dass wir unseren Plan kurzerhand änderten. Morgen werden wir den Tag hier verbringen: erst ausgiebig wandern und danach unsere „Knochen“ in den großen, privat buchbaren Thermalbecken aufwärmen. Dass Zora uns in diese privaten Räume begleiten darf, war das i-Tüpfelchen. Und als wir am Abend sogar noch unsere Brauchwasservorräte mit frischem Trinkwasser vom Hof auffüllen durften, war das Glück perfekt. Die nächtliche Geräuschkulisse der Straßenhunde nehmen wir mittlerweile gelassen, wir sind hier einfach angekommen.
















