Heute erwacht der Tag mit einem völlig anderen Bild: Der Blick hinab ins Tal wird von einer dichten Wolkendecke versperrt. Als die Sonne aufgeht, bricht sich das Licht auf den Wolken und dringt gar nicht erst nach unten durch. Wir hier oben genießen dafür einen herrlichen Sonnenaufgang, und die Temperaturen klettern schnell in den zweistelligen Bereich. Zora drängelt schon, also gehen wir gemeinsam nach draußen. Bevor wir starten können, gibt es noch einiges aufzuräumen: Ich sammle unser restliches Feuerholz ein und reinige sowohl den Grill als auch das Stövchen. Nachdem alles sicher verstaut ist, starte ich den Motor des MANle, während Susanne drinnen alles reisefertig macht. Das Wenden klappt auf unserem Platz hervorragend, und so rollen wir zügig über den holprigen Weg zurück zur alten Ruta 14. Von dort geht es wieder auf die gut ausgebaute Ruta 34, der wir weiter durch den Nationalpark folgen. Wir sind erstaunt, wie viel Verkehr heute herrscht, die Strecke ist offenbar ein sehr beliebtes Ausflugsziel für die Bewohner von Córdoba. Zum Glück kommen uns die meisten Fahrzeuge entgegen, sodass wir das MANle ganz entspannt bergab rollen lassen können. Unser ursprüngliches Ziel liegt an der Ruta E98, an einem kleinen Wanderparkplatz. Wir biegen zunächst auf die vierspurig ausgebaute Ruta 20 ein und wechseln bei Villa Carlos Paz auf die Ruta 38. Auch dieser Abschnitt ist vierspurig und mautpflichtig. Die umgerechnet 3,30 Euro zahlen wir jedoch gerne, da wir so das dichte Stadtgebiet zügig umfahren können. In Valle Hermoso biegen wir schließlich auf die E98, den Camino del Cuadrado, ab. Zunächst sind wir etwas verunsichert, da ein Schild eine Gewichtsbeschränkung von 8,8 Tonnen ankündigt. Es hilft aber nichts, und wir fahren dennoch weiter. Als sich die steilen Rampen als modern ausgebaut mit einer extra Lkw-Kriechspur entpuppen und uns sogar reguläre Lkw entgegenkommen, sind wir erleichtert und setzen die Fahrt mit gutem Gefühl fort. Die Abzweigung zu unserem anvisierten Platz finden wir zwar, allerdings ist die Fläche viel zu klein und zu steil für unser MANle. Also folgen wir der schmalen Piste noch ein Stück und wenden in einer gewohnt rustikalen Aktion. Da es hier oben keine passende Möglichkeit für die Nacht gibt, fahren wir weiter in Richtung unseres eigentlichen Ziels Santa Catalina. Im kleinen Ort Ascochinga werden wir direkt neben der Piste S265 fündig: Ein kleiner Weg führt als Sackgasse hinunter an den Río Ascochinga. Das ist ein perfekter Platz für die Nacht! Auf der Piste herrscht kaum Verkehr, und Zora kann nach der Fahrt ungestört im glasklaren Wasser toben. Um uns noch etwas die Beine zu vertreten, spazieren wir später die Piste hinauf zum kleinen Ort La Pampa. Hier finden sich sehr große Anwesen, die von einst großem Reichtum zeugen. Vieles wirkt heute verlassen und verfällt langsam, doch die herrschaftlichen Häuser und die weitläufigen Gärten lassen die frühere Pracht noch gut erkennen. Zurück am Fluss verbringen wir mit Zora noch ein wenig Zeit draußen, bevor wir die Schotten am MANle dichtmachen und uns für die Nacht einrichten.









