14.08.2026 Wanderung auf der Ruta 14

176031Kilometer 31°37`01.22“Süd 64°54`46.80“West
0l Brauchwasser 0l Trinkwasser 0l Diesel
0l Benzin 1910m Höhe 1009mbar

Wir haben beschlossen, einen weiteren Tag in dieser faszinierenden Gegend zu verbringen und eine ausgedehnte Wanderung auf der alten Ruta 14 durch die raue Bergwelt zu unternehmen. Die einsame Piste ist Teil des historischen Pilgerwegs El Camino del Brochero und wird heute kaum noch genutzt, lediglich vereinzelte Landwirte fahren hier entlang, um nach ihren Tieren zu sehen. Auf den gesamten zehn Kilometern begegnen uns tatsächlich nur ein einziges Auto und ein Moped. Der Weg fällt kontinuierlich moderat ab und lässt sich hervorragend erwandern, sodass wir nach rund drei Kilometern die zweite Raststation des Pilgerwegs erreichen. Wir wandern jedoch noch ein gutes Stück weiter, um die Weite und Stille dieser Landschaft voll auszukosten. Auch die Kondore lassen nicht lange auf sich warten und kreisen bald majestätisch hoch über unseren Köpfen in der Thermik. Wir suchen uns einen exponierten Felsvorsprung, um die mächtigen Vögel in aller Ruhe zu beobachten und eine kleine Vesperpause einzulegen. Zora hat währenddessen alle Pfoten voll zu tun, um die frechen und aufdringlichen Erddrücker abzuwehren, die dreist auf ein paar herunterfallende Brotkrümel lauern. Nach dieser ausgiebigen Rast machen wir uns schließlich auf den Rückweg und treffen unterwegs auf eine kleine Herde Pferde. Wir sind erstaunt über das dichte, lange Fell der Tiere, erfahren jedoch schnell den Grund: Die widerstandsfähigen Criollo-Pferde bilden für das raue Hochlandklima ein extremes Winterfell aus, da sie hier oben das gesamte Jahr über ohne schützenden Stall verbringen. Susanne wartet geduldig am Weidezaun, bis ein neugieriger Schimmel zutraulich herankommt, während ich mich mit Zora vorsorglich etwas im Hintergrund halte. Es ist bereits später Nachmittag, als wir wieder unser MANle erreichen. Da wir uns vorgenommen haben, unter freiem Himmel zu grillen, sammle ich trockenes Holz und heize unseren kleinen Ofen unter dem Dreibein an. Der Höhenwind frischt allerdings spürbar auf und die Temperaturen sinken rasant, doch wir trotzen der Kälte und genießen unser deftiges Abendessen beharrlich draußen am Feuer. Erst als die Sonne endgültig hinter den Bergen verschwindet und das Thermometer auf frostige 4 °C fällt, packen wir zusammen und flüchten vor dem schneidenden Wind in die warme Wohnkabine. Zora muss man an diesem Abend kein zweites Mal bitten, sie klettert als Allererste schnurstracks ins gemütliche MANle.

 

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