Wir starteten in den Tag mit einer großen Portion Hoffnung im Gepäck, denn heute sollte unser reparierter Kompressor zurückkommen und damit hoffentlich auch die Normalität in unserem MANle, und tatsächlich bog der Klimatechniker am späten Vormittag mit dem guten Stück auf den Hof ein, sodass er dank des vorsorglich bereits von mir gekippten Fahrerhauses ohne jede Verzögerung direkt mit dem Einbau loslegen konnte. Nach wenigen Minuten Arbeit saß der Kompressor an Ort und Stelle und man merkte sofort, dass hier ein echter Profi am Werk war, der akribisch den Kältekreis evakuierte, um auch die letzte Luft herauszuholen, bevor er das neue Kältemittel einfüllte. Dann kam der spannende Moment, als ich den Motor anließ und die Klimaanlage einschaltete, woraufhin sofort das vertraute, erlösende Klacken der Kupplung durch den Motorraum tönte und mit diesem einen Geräusch augenblicklich alle Anspannung der letzten Tage von mir abfiel. Der Kompressor saugte gierig die passende Menge Kältemittel ein und wir ließen das MANle noch einige Minuten laufen, um die Funktion des Pressostaten auf Herz und Nieren zu prüfen, wobei binnen kürzester Zeit herrlich kalte Luft durch die Düsen strömte und das Fahrerhaus herunterkühlte. Nachdem alles nun perfekt funktionierte, ließ ich das Fahrerhaus wieder heruntersinken und wir verabschiedeten uns von dem sichtlich beschäftigten Techniker, der hastig zu seinen weiteren Arbeiten eilte. Mit völlig neuem Elan machten wir uns im Anschluss daran, die Gunst der Stunde in der Waschhalle zu nutzen und das MANle gründlich vom Staub der langen Pisten zu befreien, wobei wir zuerst den groben Dreck mit reichlich Wasser herunterwaschen, ehe Susanne sich mit einer Bürste am langen Stiel bewaffnete und hochkonzentriert unsere Festung auf Rädern abschrubbte. Ich kippte derweil noch einmal das Fahrerhaus, um dem Motor eine gründliche Reinigung zu verpassen, und krabbelte schließlich höchstpersönlich unter das MANle, um das Fahrwerk vom hartnäckigen Staub zu befreien. Glänzend, sauber und überglücklich nahmen wir kurz darauf unsere Rechnung entgegen, bezahlten sie und fuhren endlich mit einem wunderbaren Gefühl vom Hof. Susanne hatte im Vorfeld schon einen großen Supermarkt ausfindig gemacht, der genügend Platz zum Parken bot, doch als wir auf den Parkplatz rollten, trauten wir unseren Augen kaum, denn schon von Weitem sahen wir den unverkennbaren UAZ von Bettina und Michael stehen und die Freude war riesengroß, da wir die beiden zum letzten Mal im fernen Antigua in Guatemala getroffen hatten. Da auch sie auf dem Weg zu unserem Campingplatz, dem Camping El Portal de Cerrillos, waren, gingen wir erst einmal gemeinsam in diesem großen Supermarkt einkaufen, wo wir alles bekamen, was wir benötigten, ehe wir glücklich zurückfuhren, um unseren alten Stellplatz wieder anzufahren, während Bettina und Michael sich gemütlich ein kleines Stück von uns entfernt aufstellten.




