13.08.2026 Kondore und gigantische Aussicht

176031 Kilometerstand 31°37`01.22“Süd 64°54`46.80“West
0l Brauchwasser 24l Trinkwasser 0l Diesel
0l Benzin 1910m Höhe 1016mbar Luftdruck

Nach einer sehr ruhigen Nacht mit einem tollen Sonnenaufgang gehe ich mit Zora an der Leine raus, damit sie ihre Morgentoilette erledigen kann. Aber Leine und Zora werden im Leben keine Freunde mehr, sie zickt entsprechend herum und macht nur ein kleines Pipi. Also gehen wir unverrichteter Dinge zurück und machen das MANle startklar. Susanne möchte noch Olivenöl kaufen, und so folgen wir den Schildern zum Solvia-Hofverkauf. Tatsächlich gibt es auf dem Anwesen einen wunderschön eingerichteten Laden mit vielen regionalen Erzeugnissen. Wir decken uns ausgiebig mit Olivenöl, eingelegten Oliven im Glas und einer superköstlichen Marmelade mit Nüssen ein. Beim Verlassen von Cruz del Eje finden wir noch einen gut gelegenen Supermarkt, wo wir das MANle bequem parken können. Hier füllen wir unsere Vorräte an Trinkwasser, Bier und Sprudel auf. Manchmal gibt es Tage auf Reisen, die brennen sich tief in die Erinnerung ein. Schon die Fahrt hinauf auf der Ruta 34 in die rauen Höhen der Pampa de Achala fühlt sich an wie die Reise auf einen völlig anderen Planeten. Um uns herum erstreckt sich ein schier unendliches Meer aus grauen Granitfelsen. Dazwischen blitzen immer wieder leuchtend weiße Quarzsteine im Sonnenlicht auf, stumme Zeugen gewaltiger Urzeitkräfte. Die Ruta 34 ist zwar sehr gut ausgebaut, aber glücklicherweise wenig befahren. Wir wollen jedoch ein Stück der alten Ruta 14 erkunden, die sich als Schotterpiste hier durch die Berge windet. Wir biegen ab und stellen das MANle erst einmal ab, um die Strecke zu Fuß zu inspizieren. Nach gut drei Kilometern finden wir einen kleinen, aber fahrbaren Weg hinauf zu einem Hochplateau, wo wir perfekt die Nacht verbringen können. Also laufen wir zurück, holen den Truck nach und richten uns ein. Wie eine Trutzburg steht unser MANle zwischen den Felsen, der perfekte Ort für ein kühles Feierabendbier mit einer absolut grandiosen Aussicht. Doch die echten Hauptdarsteller des Tages warten am Himmel auf uns: Wir haben das riesige Glück, eine gigantische Gruppe von Andenkondoren aus nächster Nähe zu beobachten. Zuerst kreisen sie majestätisch in der Thermik hoch über der Hochebene, später gehen sie unweit der Straße direkt auf einem Feld nieder. Es ist ein überwältigendes Erlebnis, diese mächtigen Vögel mit ihren gewaltigen Schwingen und dem markanten weißen Halskragen aus nächster Nähe am Boden und im Tiefflug zu sehen. Fast eine ganze Stunde lang können wir ihrem Treiben zuschauen. Gefühlt sind es über fünfzig dieser majestätischen Vögel, die sich hier versammelt haben, die Karakaras daneben wirken fast wie kleine Spatzen! Ich lasse noch die Drohne steigen, um diese gewaltige Landschaft und unseren Traumplatz aus der Vogelperspektive festzuhalten. Da es absolut windstill ist und das Thermometer angenehme 15 °C anzeigt, verlagern wir das Leben komplett nach draußen. Wir kochen unter freiem Himmel und genießen das Abendessen mit einem unbezahlbaren Weitblick über die Ebene. Für einen Overlander gibt es schlicht keinen schöneren Ort, um den Tag ausklingen zu lassen und die Nacht zu verbringen.

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