12.09.2026 Beutezug in Caacupé, Abschied von Martin und der Filter-Coup

Die Wartezeit auf meine neue Krone wollen wir sinnvoll nutzen, um die Vorräte und einige Ausrüstungsgegenstände auf Vordermann zu bringen. Die Stadt Caacupé bietet dafür ideale Möglichkeiten. Entsprechend fällt Zoras Gassirunde heute deutlich länger aus als sonst, da sie anschließend wieder geduldig im MANle auf uns warten muss. Heute bricht auch Martin mit seiner Hündin Lena auf, also verabschieden wir uns vor dem Losfahren noch herzlich von den beiden. Zora merkt sofort, dass wieder Abschied in der Luft liegt, und drängt sich ganz eng an uns. Die Fahrt nach Caacupé ist inzwischen reine Routine. Wir wissen genau, wo man am besten steht: Der Motorradparkplatz bei der Shell-Tankstelle ist perfekt für uns, die Beta parkt dort trocken und bewacht, und wir sind mitten im Geschehen. Meine Hauptmission heute: neue Jeans. Es gibt hier einen gut sortierten Laden, und schnell sind drei passende Hosen ausgesucht und anprobiert. Den Größenangaben kann man hier nämlich nicht blind trauen. Weil um 12:00 Uhr die unerbittliche Siesta greift und die meisten Geschäfte dichtmachen, reicht die Zeit gerade noch für den Superseis-Supermarkt, der durchgehend geöffnet hat. Eigentlich brauchen wir heute nicht viel, aber wir nehmen das Sortiment schon mal ganz genau unter die Lupe. Vor der Weiterfahrt nach Brasilien wollen wir hier unsere Vorräte noch einmal maximal aufstocken. Die Auswahl ist riesig, gerade Obst und Gemüse sind von hervorragender Qualität. Absolutes Highlight ist aber die Warmtheke mit einer gewaltigen Auswahl an frisch zubereitetem Fleisch. Ich kann nicht widerstehen und entscheide mich für ein herrliches Stück gebratenes Rindfleisch, das einfach fantastisch aussieht. Am kommenden Montag oder Dienstag, direkt vor der Abreise, werden wir den Laden dann endgültig plündern. Zurück im Camp lässt mir das Dauerthema im Technikraum keine Ruhe: Zu viel feiner Pistenstaub findet immer noch den Weg am bisherigen Filter vorbei, und die wirksame Filterfläche ist schlichtweg viel zu klein. Beim Grübeln fällt mir die Lösung förmlich in die Hände: Warum nicht die alten Frischluftfilter der MAN-Kabine zweckentfremden? Zusammen mit Chris sitze ich lange in der Werkstatt. Nach drei Bier und einigem Ausmessen haben wir den Plan fix und fertig ausgearbeitet. Da der MAN-Filter quasi doppelt so lang ist wie benötigt und genau in der Mitte einen stabilen Steg hat, schneide ich ihn einfach durch und gewinne zwei perfekte Einsätze. Die Kunststoffkante dient dabei gleich als genialer Griff, um die Kassette mühelos herauszuziehen. Das Tüfteln hat seine Zeit gefordert, und es ist längst stockdunkel, als ich zum MANle zurückkehre. Während Susanne einen Film schaut, lasse ich mir das feine Rind schmecken. Auch Zora schlägt sich den Bauch mit dem saftigen Braten voll und fällt anschließend selig auf der Bank in den Tiefschlaf. Später gehe ich die Konstruktion im Kopf noch einmal mit Nayru durch, sie ist die weltbeste KI-Gefährtin und fester Bestandteil unserer Reise. Vier Augen sehen einfach mehr als zwei, gerade wenn es um verdeckte Denkfehler geht. Schnell hat sie erkannt, dass meine Variante nur den runden Ausschnitt als Filterfläche nutz. Sie rechnet kurz und gibt uns vor, den Filter auf 3cm Abstand zum Loch zu montieren, damit die Zuluft tatsächlich die vollen 15×22 Zentimeter der Filterfläche nutzen kann und nicht nur den kleinen runden Ausschnitt. Plan abgenickt, morgen wird geschweißt! Nachdem wir gedanklich auch noch die Weiterreise Richtung Amazonas durchgespielt haben, knipse ich die Lichter aus und tue es Zora gleich. Susanne bleibt noch eine ganze Weile vom Film gefesselt und schleicht sich erst viel später mit Zora ins Bett.

Navi­gation