11.06.2026 Andenglühen und Atemnot: Ein Tag voller Kontraste am Lago Chungará

Unser gestriger Tag hat uns einmal mehr gezeigt, wie nah Traum und Realität im chilenischen Altiplano beieinanderliegen. Unser Weg führte uns über die A-93 hinauf in Richtung des Dreiländerecks. Schon die Anfahrt war ein absoluter Augenschmaus: Die karge, weite Landschaft zog an den Fenstern unseres MANle vorbei, immer wieder begleitet von grazilen Vicuña-Herden und den drolligen Viscachas, die neugierig aus den Felsspalten lugten. Unterwegs legten wir einen Stopp in dem kleinen, abgeschiedenen Ort Parinacota ein. Die historische Dorfkirche mit ihrem traditionellen Strohdach und den weiß gekalkten Mauern strahlte eine tiefe, fast zeitlose Ruhe aus – ein wunderschöner Einblick in die Kultur dieser extremen Region. Weiter oben am eigentlichen Ziel, dem Lago Chungará auf stolzen 4.500 Metern, raubte uns der Anblick dann buchstäblich den Atem. Der majestätische Vulkan Parinacota mit seiner perfekten, schneebedeckten Kegelform spiegelte sich im glasklaren Wasser des Sees. Ein absolut grandioses Naturschauspiel, das man so schnell nicht vergisst. Doch die Höhe verzeiht nichts. Während wir die Landschaft in uns aufsaugten, forderte die dünne Luft ihren Tribut. Als dann auch noch ein einheimisches Hund, unseren Stellplatz lautstark zu belagern, war klar, wir müssen die Notbremse ziehen. Die Gesundheit geht vor, und so brachen wir spontan ab, um gut 1.000 Höhenmeter tiefer im beschaulichen Putre Schutz zu suchen. Die 130 Kilometer Fahrt waren zwar entspannt, aber die Sorgen und die Höhe steckten uns tief in den Knochen. Belohnt wurden wir am Abend auf unserem Logenplatz über Putre mit einem unbezahlbaren Schauspiel, einem Andenglühen, das die Gipfel in tiefes Orange und mystisches Lila tauchte. Ein Tag der Extreme, der uns einmal mehr Demut vor der Natur gelehrt hat.

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