Auch heute früh hat uns die Kälte wieder fest im Griff. Als wir das MANle starten, benötigt die Druckluft gut eine Minute, bis sich die Zeiger überhaupt bewegen. In der dünnen Luft hier oben dauert es einfach ein ganzes Stück länger, bis sich etwas tut. Aber der Druck steigt stetig an und so sind wir dann doch recht schnell abfahrtsbereit. Die Strecke ist erst einmal bolzengerade und topfeben. Viele Kilometer lassen wir das MANle einfach rollen und erst am Salinas Grandes legen wir den ersten Stopp ein. Auch hier wird mittlerweile im großen Stil Lithium abgebaut, weshalb viele Bereiche der Salinas komplett gesperrt sind. Entsprechend tummeln sich alle Touristen an den wenigen noch befahrbaren Stellen. Hier steht ein Souvenirladen neben dem anderen, mit unberührter Natur hat das leider überhaupt nichts mehr zu tun. Ich steige nicht einmal aus, um mir das anzuschauen. Danach geht es über unzählige Serpentinen weit nach unten, bis wir schließlich die Stadt Purmamarca erreichen. Doch hier ist der Schock fast noch größer: Heute beginnen die Winterferien und halb Argentinien scheint auf den Beinen zu sein. In der Stadt gibt es noch nicht einmal für ein Fahrrad einen freien Platz! Am Flusslauf direkt neben der Stadt haben wir jedoch Glück und können uns ganz ans Ende eines langen, wenn auch recht schmalen Platzes stellen. Wir wollen hier den berühmten „Hill of Seven Colors“ besuchen. Für den Weg wählen wir den ca. 2,5 Kilometer langen Rundwanderweg, der uns direkt an diesen unglaublich farbenfrohen Bergen vorbeiführt. Da wir recht spät dran sind, treffen wir nur noch wenige Besucher an. Zudem steht die Sonne nun tief und bringt die spektakulären Farben erst so richtig zur Geltung. Zora ist wieder total in ihrem Element – gibt es hier doch unzählige Möglichkeiten, die Felsen hochzukraxeln. Als wir anschließend durch die Stadt zurücklaufen, herrscht dort ein Trubel wie bei uns auf dem Weihnachtsmarkt. Wir stoppen noch bei einem Straßenverkäufer und erstehen Empanadas mit Salami und Käse, die wirklich superlecker und reichlich gefüllt sind. Auch an einer Wechselstube halten wir an, um unsere chilenischen Pesos und einige Dollar einzutauschen, damit wir wieder flüssig sind. Vorsorglich wandern auch noch sechs Büchsen Bier in den Rucksack, bevor wir den endgültigen Rückweg zum MANle antreten. Noch ist die nahe Straße recht laut, doch es sind fast nur Tagesgäste im Ort, die die Stadt mit eintretender Dämmerung zügig verlassen. Sobald es dunkel wird, kommt auch der Verkehr komplett zum Erliegen. Die Nacht wird am Ende viel ruhiger, als wir es im ersten Trubel befürchtet hatten.

















