Wir starten in einen herrlichen, recht kühlen Morgen und machen uns auf zu einer gut vier Kilometer langen Wanderung um den Stausee – genau das Richtige, um auf Betriebstemperatur zu kommen! Zora flitzt wie gewohnt weit voraus, denn Wasser und Felsen ziehen sie einfach magisch an. Die aufgehende Sonne taucht das spiegelglatte Wasser in ein fantastisches Licht und lässt die schneebedeckten Andengipfel im Hintergrund förmlich golden erstrahlen. Nach gut einer Stunde sind wir zurück am MANle, wo der finale Check ansteht: Das Leckspray zeigt bei der neu abgedichteten Gasarmatur nicht das kleinste Bläschen und es riecht absolut nichts – alles wieder perfekt dicht! Nachdem die Armatur staubgeschützt verpackt ist und auch der geflickte Reifen nach wie vor eisern die Luft hält, rollen wir entspannt los. Unser Ziel ist die spektakuläre Ruta 150, die sich mit kühnen Tunnels durch die erdgeschichtliche Kulisse beim Parque Provincial Ischigualasto schlängelt. Was zunächst noch als ewig lange Gerade beginnt, verwandelt sich beim Erreichen der Felsen schlagartig in eine absolute Traumstraße mitten durch eine atemberaubende Gebirgslandschaft. Fast ganz oben entdecken wir ein riesiges, befahrbares Hochplateau und stellen das MANle direkt an die Felskante mit unverbautem Blick tief in den Canyon. Kaum haben wir die Türen geöffnet, kreisen auch schon die ersten Kondore majestätisch über uns in der Thermik – ein erhabener Anblick, dem wir lange fasziniert zuschauen. Ein kleiner Pfad führt uns noch weiter hinab auf ein zweites, noch größeres Plateau, wo die gewaltige Bergwelt um uns herum einfach nur staunen lässt. Auch Zora kommt voll auf ihre Kosten und erklimmt begeistert die Felsblöcke; auch wenn einem beim Anblick so nah am Abgrund manchmal kurz der Atem stockt, wissen wir genau, wie unglaublich trittsicher sie unterwegs ist. Bei angenehmer Sonne und fast völliger Windstille holen wir Tische und Stühle heraus und verlegen das Leben komplett nach draußen. Das Braten der Frikadellen unter freiem Himmel macht bei dieser Kulisse doppelt Freude, und zusammen mit Susannes köstlichem Kartoffelsalat genießen wir ein rundum gelungenes Festmahl meilenweit entfernt von jeder Zivilisation. Als die Sonne schließlich mit großem Farbkino hinter den schroffen Bergkämmen versinkt, geht ein durch und durch magischer Reisetag zu Ende.


























