08.08.2026 Fahrt auf der Ruta 76 und Übernachtung am Stausee von Villa Union

Der Tag begann früh, als Zora sanft, aber bestimmt einforderte, die Umgebung unseres Stellplatzes zu erkunden. Bei fast völliger Windstille machten wir zwei uns auf die Socken. Doch beim prüfenden Blick unter das MANle stieg mir wieder dieser feine, verräterische Gasgeruch in die Nase. Ein gezielter Sprühstoß Lecksuchspray brachte die Gewissheit: Am Rohrstutzen des Druckminderers stiegen winzige Bläschen auf. Also gab es kein Zögern: Armatur komplett ausbauen und professionell verarzten! Ich ummantelte den Rohrstutzen und die Armatur sorgfältig mit zwei Schichten epoxidharzgetränktem Glasfaserband und ließ das Ganze über den Tag im ausgebauten Zustand gründlich durchhärten. Nachdem das MANle reisefertig gemacht war, galt der zweite Kontrollblick unserem geflickten Reifen. Der Luftdruck hielt bombenfest! Wir machten uns auf den Weg hinunter in den Ort, wo ich die Schadstelle vorsorglich noch einmal überprüfte – alles absolut im grünen Bereich. Beruhigt rollten wir weiter auf der Ruta 40 und bogen schließlich auf die spektakuläre Ruta 76 Richtung Villa Unión ab. Diese hervorragend ausgebaute Straße schraubt sich über imposante künstliche Rampen immer direkt an der Kante des Canyons entlang bis auf 2.050 Meter Höhe. An einem Abschnitt bot sich die Gelegenheit, das alte Teilstück der Ruta 76 zu Fuß zu erkunden. Wie sich dieser schmale Schotterpfad früher kühn zwischen kahl aufragenden Felswänden und schwindelerregenden Abgründen hindurchgeschlängelt hat, war absolut beeindruckend – und weckte augenblicklich lebhafte Erinnerungen an unsere Nervenprobe am Abra del Acay Pass. Nach einem stärkenden Vesper ging es an die verbleibenden Kilometer. Es neigte sich sanft bergab, und das MANle schwebte im Rollmodus entspannt den Hang hinunter. In Villa Unión nutzten wir die günstigen Preise und füllten erst einmal 200 Liter Diesel nach, bevor wir unseren Traumplatz draußen am Stausee ansteuerten. Dort angekommen folgte die Stunde der Wahrheit: Die ausgehärtete Gasarmatur wurde wieder eingebaut und penibel abgesprüht. Alles dicht! Morgen früh mache ich zwar noch eine Nachkontrolle, aber das Provisorium hält fürs Erste perfekt. Bei der anschließenden Erkundungstour rund um den See war Zora wieder voll in ihrem Element: Zwischen Felsen zum Klettern und kühlem Wasser zum Planschen war sie wunschlos glücklich. Zurück am Truck wanderte der Backofen nach draußen, wo Susannes leckere Toast-Kreationen vor sich hin brutzelten. Als der Wind draußen jedoch wieder auffrischte und eisig kalt über das Wasser pfiff, verlegten wir das Abendessen kurzerhand nach drinnen. Nachdem alles aufgeräumt war, machten wir es uns im warmen MANle so richtig gemütlich – nur Zora zieht es wie immer vor, die Stellung draußen zu halten.

Navi­gation