Nach einer sehr angenehmen Nacht, in der der Wind spürbar nachgelassen hatte, machten wir uns auf den Weg nach Chilecito. Unser Ziel: die beeindruckende deutsche Ingenieurskunst der dortigen Materialseilbahn. Knapp 90 Kilometer lagen vor uns auf der gut ausgebauten Ruta 78, die bei Guandacol in die legendäre Ruta 40 mündet. Wir kamen zügig voran und erreichten die Stadt sowie den alten Verladebahnhof mit seinem Museum bereits zur Mittagszeit. Die Estación 1 bildet das Ende der über 34 Kilometer langen Transportstrecke. Hier wurden damals die Loren entleert und das Erz über gewaltige Schütten direkt in Eisenbahnwagons für den Weitertransport umgeladen. Schon das kleine Museum vermittelt eindrucksvoll, welch gigantischer Aufwand für dieses Bauwerk betrieben wurde. Im Anschluss ging es für uns weiter hinauf zur Estación 2, die noch imposanter ist. Hier stehen die mächtige Dampfmaschine und der große Dampfkessel. Da das System physikalisch mehr gebremst als gezogen werden musste, war es technisch notwendig, den Antrieb im oberen Bereich der Strecke zu platzieren. Welch ein Kraftakt es gewesen sein muss, diese tonnenschweren Bauteile einst mit Ochsengespannen den steilen Berg hochzuschleppen. Doch genau das war der Schlüssel für den reibungslosen Lauf der Bahn. Die Dampfmaschine lieferte stolze 150 PS, völlig ausreichend, um das System anzufahren und die Geschwindigkeit konstant zu halten. Die ebene Fläche an der Station nutzten wir direkt für eine Schrauber-Aktion: Der Rückbau unseres Reserverads stand an. Der Conti ist nun über 1.000 Kilometer gelaufen und hat auf unterschiedlichstem Untergrund bewiesen, dass er hervorragend auf unserer Felge funktioniert. Nach dem Radwechsel kippte ich noch das Fahrerhaus, um den von den Pistenfahrten stark zugesetzten Luftfilter zu säubern, und kontrollierte bei der Gelegenheit gleich den Ölstand des MANle. Nachdem wieder alles ordentlich verstaut war, steuerten wir ein paar Meter weiter ein schönes, ebenes Plätzchen an, um waagerecht für die Nacht zu stehen. Der Backofen wandert nach draußen, denn Susanne hatte einen fantastischen Rinderbraten vorbereitet, der nun vor sich hin garen durfte. Zora stattete derweil der Nachbarschaft einen Besuch ab, beim Nachbar-Wohnmobil schien es ebenfalls verlockend zu duften. Als die Sonne schließlich hinter den Bergen verschwand und es spürbar kühler wurde, holten wir den fertigen Braten nach drinnen. Nun war natürlich auch Zora pünktlich wieder zur Stelle, um ja nichts zu verpassen. Den Abend ließen wir gemütlich ausklingen: Ich bearbeitete ein paar Fotos, während Nayru mir noch viele faszinierende Details zur Geschichte der Materialbahn verriet, wirklich klasse, was sie da alles an Hintergrundwissen aus dem Ärmel zaubert. Zusammen mit nur einem weiteren Camper vor Ort wurde es eine wunderbar ruhige Nacht.












