06.09.2026 Treffen mit Christiane und Markus

 

178664 Kilometer ges. 25°44`01.38“Süd 56°11`35.07“West
0l Brauchwasser 0l Trinkwasser 0l Diesel
0l Gas / Benzin 243m Höhe 1019mbar

Nach einer herrlich ruhigen Nacht holen uns am frühen Morgen die Hunde draußen aus den Federn. Zora meldet Bedarf an, also schlüpfe ich in die warme Jacke und trete mit ihr in die frische Morgenluft. An den vierbeinigen Jungs vor Ort zeigt sie allerdings wenig Interesse; wir folgen stattdessen einem Fußweg hinauf auf eine weite Wiese. Wie gewohnt klebt ihre Nase exakt fünf Millimeter über dem Boden – jeder Grashalm wird akribisch inspiziert, bevor die Morgentoilette erledigt ist. Zurück am Truck ist auch Susanne auf den Beinen. Bei frischem Kaffee werfen wir einen Blick auf die Karte. Unser heutiges Ziel: der Deutscher Sportverein in Colonia Independencia bei Melgarejo. Das Navi möchte uns brav die lange Schleife über Coronel Bogado schicken, doch wir fassen die D054 ins Auge. Eine verlockende Abkürzung, die uns auf dem Papier gut 40 Kilometer sparen soll. Was anfangs noch als gut fahrbare Piste beginnt, endet schließlich mit einer unmissverständlichen Ansage der einheimischen Bauern: Weiter vorn ist die Erdpiste im Moment absolut unpassierbar. Vernunft schlägt Dickkopf. Nach 20 Kilometern drehen wir das MANle um und hoppeln die gesamte Strecke wieder zurück. So verwandeln sich vermeintliche 40 gesparte Kilometer im Handumdrehen in 40 knusprige Zusatzkilometer auf dem Tacho. Overlander-Alltag eben. Wieder auf festem Grund und auf der PY08 angekommen, läuft die Fuhre dafür wie geschmiert. Es ist Sonntag, der Schwerlastverkehr hat Pause und die Straße gehört fast uns allein. Der Tempomat rastet bei 75 km/h ein und muss dank der weiten, ebenen Landschaft Paraguays kaum unterbrochen werden. Der Dieselverbrauch pendelt sich bei erfreulichen 25 Litern auf 100 Kilometern ein. Wir liegen prima im Zeitplan und legen zur Mittagszeit erst mal eine entspannte Vesperpause ein. Am späten Nachmittag rollen wir auf das Vereinsgelände und werden von lauter Musik und drei neugierigen Hunden empfangen. Die Lage entspannt sich jedoch schnell: Die Hofhunde entpuppen sich als herzensgute Gesellen und der Trubel der Veranstaltung nebenan findet pünktlich um 21:00 Uhr sein Ende. Wir manövrieren das MANle hinter eines der Gebäude auf eine grüne Wiese und haben fortan unsere absolute Ruhe. Wenig später treffen auch Christiane und Markus ein. Die Wiedersehensfreude ist riesig, und die heiß ersehnte Heilerde aus Deutschland wandert direkt in unsere Bordapotheke. Den Abend verbringen wir gemeinsam im Vereinslokal, das mit waschechter schwäbischer Hausmannskost aufwartet: Rindsroulade mit Rotkohl und handgemachten Spätzle für Susanne, ein deftiger Zwiebelrostbraten mit knusprigen Röstkartoffeln für mich, dazu ein frisch gezapftes Munich vom Fass. Am Tisch gesellen sich noch Susi und Uli zu uns, ein Schweizer Paar, das mit seinem großen Reisemobil derzeit hier steht. Da Christiane und Markus ihre beiden kleinen Töchter dabei haben, verabschieden sie sich nach dem Essen in den Feierabend, ein herzliches Lebewohl, bis sich unsere Wege irgendwo auf der Welt wieder kreuzen. Mit den Schweizern versacken wir noch eine Weile und tauschen Geschichten über das Reisen und das Unterwegssein aus. Nach einem langen, ereignisreichen Tag kehren wir schließlich zum MANle zurück, wo Zora uns schon ungeduldig erwartet. Noch eine kurze Gassirunde durch die kühle Nachtluft, dann geht es ab in die Kiste. Draußen sackt das Thermometer für paraguayische Verhältnisse auf ungewöhnlich frische 7°C ab, doch im wohlig geheizten Truck lässt sich davon ganz wunderbar schlafen.

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