Nachdem wir noch einmal einen Blick auf das immer noch geschlossene Ticketportal geworfen und all unsere Sachen sicher verstaut haben, starten wir das MANle und fahren los. Dank einer kleinen, aber gut zu fahrenden Umgehung durch die Wüste ersparen wir uns den Weg durch die Stadt San Pedro de Atacama und kommen direkt auf die CH-23. Dieser folgen wir für etwa 40 Kilometer, bis wir zum Abzweig auf die B-207 kommen. Auch diese Piste ist gut asphaltiert und bringt uns wieder weit hinein in die fast endlose Atacama-Wüste. Weit und breit ist kein Mensch unterwegs. Nur die Guanakos laufen hier über die Straße, als wäre es ihr absolutes Hoheitsgebiet. Hektik oder Panik kennen sie schlichtweg nicht. Als größte Kamele dieser Region haben sie hier oben ja auch kaum natürliche Feinde. Am Río Salado verlassen wir schließlich die B-207 und folgen der Piste bis zur Abzweigung ins Valle del Arcoiris, das Regenbogental. Wir bezahlen gerne den Eintritt für Senioren und steuern den großen Parkplatz an. Es sind nur wenige Besucher hier, und auf den vielen Wanderwegen sehen wir sogar überhaupt niemanden. Für Zora ist das hier wieder das absolute Kletterparadies! Vor allem, als wir ganz nach hinten ins Tal fahren, das MANle direkt bei den großen Felsen abstellen und anschließend in den schmalen, steilen Canyon wandern, brechen bei ihr alle Dämme. Jeder noch so hohe Felsvorsprung muss erklommen werden, und keine Spalte ist zu schmal, als dass man nicht hineinschlüpfen könnte. Wir lassen sie gewähren, denn hier sind wir ganz unter uns. Erst als der Canyon so steil wird, dass wir uns mit Händen und Füßen hochhangeln müssen, drehen wir um. Zora ist uns zu diesem Zeitpunkt allerdings schon meilenweit voraus. Da der Wind im Canyon kräftig und vor allem eisig kalt bläst, sind wir froh, als wir wieder in der Sonne auf der Ebene wandern können. Wir laufen weiter in das eigentliche Regenbogental hinein und folgen dem Pfad für etwa zwei Kilometer, bevor er sich in den wilden Felsformationen verliert. Da wir ganz in der Nähe übernachten wollen, haben wir überhaupt keine Eile. Zora muss natürlich auch hier wieder bis zum höchsten Punkt hinaufklettern, sie kann einfach nicht anders. Als wir schließlich zum MANle zurückkehren, hat sich tatsächlich ein weiteres Fahrzeug auf den Parkplatz verirrt, aber von den Personen ist weit und breit nichts zu sehen. Wir starten unseren Truck, fahren zurück zum Parkausgang und biegen noch ein Stück weiter in einen kleinen Seitencanyon ab. An einer flachen Stelle stellen wir das MANle für die Nacht ab. Es wird wieder eine total ruhige Nacht. Kein einziges Geräusch ist zu hören, und selbst unsere Technik gibt keinen Laut von sich. Da wir hier extrem geschützt stehen, bleibt diesmal auch der Wind komplett aus.















