Der Tag startet wie erhofft, absolut wolkenlos. Allerdings sehen wir auch, dass in den Bergen sehr viel Schnee gefallen ist, denn alle umliegenden Gipfel tragen deutlich größere weiße Kappen, die tief in die Täler reichen. Da wird es wohl vorerst nichts mit der Fahrt auf der B-245 rauf zu den Lagunen werden. Obwohl sich nun eine stabile Wetterlage ohne Niederschläge und starke Winde ankündigt, wird es schätzungsweise noch zwei Tage dauern, bis die Straßen wieder passierbar sind. Selbst der Jama-Pass bleibt weiterhin geschlossen, und das ist meistens der erste, der wieder geöffnet wird. So ändern wir unsere Pläne, bleiben hier noch eine Nacht stehen und wollen morgen zum Valle del Arcoiris fahren. Das liegt auf circa 3.200 Metern Höhe, und dort ist das Wandern glücklicherweise auch mit Hunden erlaubt. Zudem gibt es unzählige Plätze, an denen man die Nacht verbringen kann. Das passt auch hervorragend zu unserem Vorhaben, als nächstes die Geysire von El Tatio anzusteuern. Da diese auf stolzen 4.200 Metern liegen, wollen wir die Höhe wieder in mehreren Etappen anfahren, um uns zu akklimatisieren. Wir füllen hier noch unseren Trinkwassertank komplett auf. Auf das Auffüllen der Brauchwassertanks verzichten wir jedoch, da das Wasser hier extrem salzig schmeckt. Das ist aber noch nicht mal das eigentliche Problem. Nayru, unsere KI im Team, klärt uns darüber auf, wo das Wasser hier überhaupt herkommt und was da alles drinsteckt. Danach will man es nicht mal mehr zum Zähneputzen in den Mund nehmen! Auch das Entnehmen von Wasser aus den Gebirgsbächen entfällt genau aus diesem Grund. Die Atacama hat hier eine so hohe natürliche Anreicherung an Schwermetallen, die die Bäche mit sich führen, dass das Wasser hochgradig gesundheitsschädlich ist. Da wir aber noch gut 300 Liter im Tank haben, ist das im Moment auch gar nicht notwendig. Um die Gegend etwas zu erkunden und uns die Beine zu vertreten, gehen wir mit den Hunden eine kleine Runde. Wir sind fast zwei Stunden unterwegs, und Zora genießt es sichtlich, zusammen mit Lucky und Pünktchen herumzustreunen. Pünktchen gehört anscheinend niemandem; sie ist wohl ein waschechter Straßenhund, obwohl sie ein Halsband trägt und einen gut gefütterten Eindruck macht. Sie ist ununterbrochen bei uns und weicht uns selbst in der Nacht nicht von der Seite. Ihren Namen hat sie von uns wegen der vielen Punkte bekommen, die sie im Gesicht trägt und die ihr ein unheimlich freundliches Aussehen verleihen. Zu nah an die Futternäpfe darf sie allerdings nicht – da sind sich Lucky und Zora ziemlich schnell einig. Aber wir finden natürlich Mittel und Wege, wie auch die kleine Maus an ihre Leckerlis kommt. Da das Ticketportal für die Weiterfahrt aktuell einfach nicht aufgeht, bleiben wir erst mal entspannt bei Plan B. So wird es wieder eine ruhigere Nacht, in der Lucky hoffentlich nicht so viel bellen muss.















