Einen weiteren Tag verbringen wir gemeinsam mit Tanja und Gunnar hier auf dem Campingplatz. Während die beiden losziehen, um ihre neu bezogenen Polster abzuholen, nehmen sie praktischerweise direkt unsere Campingstühle mit, damit auch diese eine Frischekur bekommen. Nachdem Zora ihre Morgenrunde gedreht hat, machen auch wir uns auf den Weg: Zuerst geht es zum örtlichen Schlosser. Für das Schweißen unseres Astabweisers fehlt ihm leider die Zeit, aber er sagt zu, uns ein Blech als Arbeitsfläche für die Außenküche passgenau zu kanten, abholbereit am späten Nachmittag. Weiter geht es zum Sägewerk, um stabiles Material für neue Unterlegkeile zu organisieren. Am Ende erstehen wir eine massive Planke aus zähem Guatambú-Holz und lassen uns daraus sechs handliche Klötze mit 30 mal 40 Zentimetern Fläche und 4 Zentimetern Stärke zuschneiden. Auf dem Rückweg legen wir einen Zwischenstopp an einer Mall ein. Im Zoofachgeschäft decken wir uns mit Zoras Vorsorgemedizin für das gesamte nächste Jahr ein, zu einem Bruchteil dessen, was wir anderswo bezahlen müssten. Gleich nebenan wartet ein großer Markt mit Elektrogeräten und Werkstattbedarf. Dort wandert endlich meine lang ersehnte Heißluftfritteuse in den Wagen, perfekt passend für unser Ausziehbrett. Ein paar Farbspraydosen zum Kennzeichnen der neuen Holzklötze, neue Torx-Bits, Heißkleber und zwei Kartuschen für den kleinen Gasgrill komplettieren den Beutezug. Zurück am Platz füllen wir erst einmal die Wassertanks wieder randvoll auf, nachdem die Wäsche ordentlich Vorräte geschluckt hat. Anschließend geht es mit Zora hinunter zum Fluss. Auf dem Pfad stockt uns kurz der Atem: Eine Korallenschlange kreuzt unseren Weg. Da man hier unten bei den Farbvarianten und Mustern extrem auf der Hut sein muss, halten wir gehörig Respektabstand. Am Wasser angekommen genießt Zora ihren Auslauf in vollen Zügen und kehrt standesgemäß tropfnass zu uns zurück. Da um 16 Uhr das Blech beim Schlosser bereitliegt, treten wir den Rückweg an. Während Zora im MANle bleibt, schwingen wir uns auf die Beta. Die gekantete Plattform ist pünktlich fertig, wird fest auf dem Gepäckträger verzurrt und auf dem Heimweg noch mit ein paar kleinen Einkäufen aus dem Supermarkt ergänzt. Tanja und Gunnar haben unterdessen unsere Campingstühle vom Polsterer mitgebracht, handwerklich absolut erstklassig instand gesetzt für kleines Geld, und sie passen wieder auf den Millimeter genau in die Dackelgarage. Vor dem Abendessen steht noch ein Noteinsatz an: An Gunnars MAN tritt exakt derselbe Fehler auf, den wir von unserem MANle kennen. Der Konverter für die LED-Rücklichter in der Ladebordwand spinnt und wirft bei jedem Tritt auf die Bremse ein nervtötendes Warnsignal ins Cockpit. Kurzerhand baue ich den Konverter aus, stricke einen neuen Kabelbaum und schließe die LEDs direkt an. Das Fahrzeug registriert an der Dose nun keinen Verbraucher mehr, die Fehlermeldungen verstummen, und das Licht funktioniert trotzdem tadellos. Zum krönenden Abschluss wird die neue Fritteuse eingeweiht: Nach etwas Feineinstellung werden die Pommes perfekt kross, und die Spareribs gelingen auf den Punkt saftig. So sitzen wir alle gemütlich im MANle zusammen und genießen unseren letzten gemeinsamen Abend, bevor sich unsere Reiserouten morgen wieder trennen.







