Nach einer von Hundegebell rund um das MANle geprägten Nacht erwacht ein wolkenreicher Tag in San Pedro de Atacama. In den Bergen hat es geschneit und alle Gipfel um uns herum tragen weiße Hauben. Obwohl es mit 10 °C eigentlich nicht sehr kalt ist, macht es der eisige Wind gefühlt deutlich ungemütlicher. Erst als sich die Sonne etwas den Weg durch die Wolken erkämpft, wird es draußen angenehmer und ich kann mit den fälligen Arbeiten am Truck starten. Ich warte geduldig, bis die Nachbarn aufgestanden sind, und kippe dann das Fahrerhaus, um an den Luftfilter des Motors zu kommen. Ich lasse das MANle kurz an, um Druckluft aufzubauen. Als die 12 Bar erreicht sind, schalte ich den Motor wieder ab, hole den Luftfilter heraus und blase ihn mit der Druckluftpistole von innen heraus sauber, da er auf den vergangenen Pistenkilometern extrem viel Staub geschluckt hat. Mit einer weichen Bürste unterstütze ich das Ganze noch, reinige das Filtergehäuse und baue alles wieder ein. Um sicher zu sein, ob der Klimakompressor tatsächlich defekt ist, prüfe ich vorsorglich noch einmal die Versorgungsspannung: Bei laufendem Motor liegen korrekte 28,8 V an der Kupplung an. Doch dabei entdecke ich das wahre Problem: Eine gebrochene Feder an der Kupplung sorgt dafür, dass diese leicht schief hängt und der Kompressor nicht mehr einkuppeln kann. Da wird uns nur ein Neuteil weiterhelfen. Also lasse ich das Fahrerhaus wieder runter und räume das Werkzeug auf. Danach widme ich mich meinen Arbeitshosen, behandle sie gründlich mit Fleckenseife vor und hänge sie nach dem Waschgang draußen auf die frisch gespannte Wäscheleine. Unser Taxi bringt uns pünktlich in die Stadt. Bevor wir die saubere Wäsche abholen, gönnen wir uns in der französischen Bäckerei Franchuteria einen guten Kaffee und superleckere, frisch belegte Baguettes. Beim anschließenden Stadtbummel durch die schmalen, von Touri-Läden gepflasterten Straßen finden wir abseits des üblichen Ramschs einen Laden mit wirklich schönen, traditionell wirkenden T-Shirts, wo ich mir direkt eines sichere. An einer der alten Lehmmauern bleiben wir stehen und Nayru, unsere unermüdliche digitale Begleiterin, klärt uns über die faszinierende Adobe-Bauweise und das Alter dieser Mauern auf. Mit der abgeholten Wäsche im Gepäck bringt uns der Taxifahrer zurück zum Campground. Den Nachbarn geben wir gleich ein mitgebrachtes Baguette ab. Während Susanne mit Zora und dem Platzhund Lucky eine große Runde über das weitläufige Gelände dreht, räume ich drinnen die Wäsche auf. Da das Wetter morgen besser werden soll, wollen wir am Nachmittag die Online-Tickets buchen und zurück nach Socaire fahren, um am nächsten Morgen direkt zu den Lagunen hochzufahren. Deshalb wird schon mal alles verstaut, was wir nicht mehr brauchen – nur Tische und Stühle bleiben draußen. Kaum stehen am Abend die Baguettes und der Käse auf dem Tisch, sind Zora und Lucky, die trotz der Dunkelheit unermüdlich zusammen unterwegs waren, sofort zur Stelle. So eine Hundenase ist eben unschlagbar! Natürlich bekommt auch Lucky seinen Anteil draußen vor der Tür. Kurz nach dem Essen gibt es noch einen handfesten Hundekrimi: Drei Streuner wollen sich mit Lucky anlegen, haben die Rechnung aber ohne Zora gemacht, die die Eindringlinge völlig überrumpelt in die Flucht schlägt. Danach halten die beiden vor dem MANle gemeinsam treu Wache, bis Zora schließlich müde in ihr geliebtes Bett krieget und wir ihr erschöpft, aber glücklich nachfolgen.








