Auch dieser Morgen beginnt noch feucht und diesig, doch die südamerikanische Sonne fackelt nicht lange und brennt den Nebel zügig weg. Zora denkt überhaupt nicht daran aufzustehen und vergräbt sich lieber noch eine Runde tiefer im Bett. Für uns steht heute Großreinemachen und Umstrukturieren auf dem Programm. Die dicken Wintersachen haben endgültig ausgedient, denn in den kommenden Monaten wird uns das Thermometer wohl eher ordentlich einheizen. Also wandern die schweren Jacken und die dicken Bettdecken nach oben in die Dachbox. Weil Susannes Campingstuhl etwas mehr Raum fordert, nehme ich mir die Heckgarage vor und baue sie sinnvoll um. Künftig soll der Stuhl ohne lästiges Gefummel mit einem Handgriff rein und raus gleiten. Wenn man schon mal dabei ist, wird gleich rigoros ausgemistet: Alles, was wir in den letzten Monaten nicht in den Fingern hatten, fliegt raus. Das Gleiche gilt für die Dachbox, Ballast abwerfen befreit ungemein. Danach knöpfe ich mir mein Fahrrad vor. Der Mantel ist an den Flanken durchgescheuert und der Schlauch verliert stetig Luft. Mit frischem Mantel und neuem Schlauch ist die Sache fix erledigt, und der Drahtesel ist wieder voll einsatzbereit. Währenddessen lässt Susanne die Waschmaschine unermüdlich rotieren, um die restliche Bettwäsche durchzuwaschen. Damit unsere Bordbatterien dabei geschont werden, klemme ich den MANle kurzerhand an den Landstrom. Am Nachmittag rollt kulinarischer Nachschub an, Olga bringt das vorbestellte Brot und frischen Kuchen vorbei. Ihr Krusten-, und Walnussbrot ist einfach eine Wucht. Zora schließt sich derweil Claudia, Uwe und Hündin Mia zu einer Gassirunde an. Doch weit gefehlt, irgendwie scheint ihr die Sache nicht ganz geheuer zu sein, und sie kehrt lieber auf direktem Weg zu ihrem gewohnten Rudel zurück. Zusammen mit Tanja und Gunnar lassen wir uns Olgas Kuchen schmecken, auch wenn Tanja sich vornehm mit einem winzigen Versucherle begnügt. Wie immer vergeht die Zeit bei solchen Lagertagen wie im Flug. Zum Abendessen werfen wir die Pfanne an. Aus zartem Rindergeschnetzeltem und einer reichlichen Portion bereits vorbereitetem Gemüse zaubern wir ein herrlich unkompliziertes Mahl. Bei lauen 23 Grad sitzen wir noch lange draußen, vorausgesetzt, die Mückenabwehr steht. Doch wir haben ordentlich aufgerüstet, und so genießen wir die milde Nachtluft bis in die tiefe Dunkelheit. Zora weicht dabei keinen Zentimeter von unserer Seite und fixiert den Tisch mit treuherzigem Blick, immer in der festen Hoffnung auf eine zweite Portion Rind. Bevor wir uns schließlich in den MANle zurückziehen, wird noch das Lager rund um den Truck sturmfest und abfahrbereit gemacht, denn morgen früh rollen wir mit unserem Dicken direkt zum Schlosser.













