03.06.2026 Nervenkrimi in Tacna, zwischen Giftalarm und Papierkram

Der Tag begann mit einem absoluten Horrorszenario. Zora hat morgens auf dem Stellplatz einen Giftköder gefressen, die hier leider zur Tötung von Straßenhunden ausgelegt werden. Binnen kürzester Zeit ging es ihr rapide schlechter. Sie zitterte am ganzen Leib und konnte kaum noch stehen. In einer kontrollierten Aktion fuhren wir sofort zur Tierklinik „Mister Can“, die natürlich um diese frühe Uhrzeit noch geschlossen hatte. Glücklicherweise konnten wir den Tierarzt telefonisch erreichen. Er reagierte blitzschnell, kam sofort und verpasste Zora eine Spritze sowie eine ordentliche Dosis Aktivkohle. Der Schreck sitzt uns allen noch tief in den Knochen, aber Zora ist zäh. Am Nachmittag war sie schon wieder voll im Abenteuermodus, rannte herum und machte Blödsinn. Das Gelände haben wir danach akribisch abgesucht, um sicherzugehen. Weil ein Unglück selten allein kommt, durfte ich mich danach erst mal aufs Dach schwingen. Das Starlink-Kabel war beschädigt. In der prallen Sonne hieß es also, Lötkolben anwerfen, die Verbindung ordnungsgemäß verlöten und sauber isolieren, damit die Verbindung zur Außenwelt wieder steht. Schmerzen im Arm und Rücken von meinem Treppensturz wurden dabei einfach mental weggedrückt, es nützt ja nichts, die Arbeit macht sich nicht von allein. Während ich das Kabel richtete und Zora drinnen im schattigen Lkw strikte Ruhe einhalten musste, da ihre Pupillen wegen der Medikamente stark erweitert waren, war Susanne fleißig. Sie zog allein los zur Bank, um die anstehenden Gebühren für die Behörden direkt einzuzahlen, damit es morgen beim Amt zügig weitergehen kann. Nach einer knappen Stunde war sie bereits erfolgreich zurück. Der Campingplatz „Elvis“ selbst ist leider ein absoluter Reinfall – total vermüllt, ungepflegt, mit überquellenden Mülleimern und seit Tagen ungeputzten Toiletten. Der Besitzer ist ein fauler Kerl, der keinen Finger rührt. Aber wir blenden den Dreck jetzt einfach aus. Wir harren hier noch bis morgen aus, bringen den Amtstermin für Zora hinter uns und am Freitag geht es endlich über die Grenze nach Chile. Peru verabschiedet uns wahrlich mit einem Paukenschlag. Am späten Nachmittag geht Susanne noch mal los, um vorsorglich Medikamente für Zora zu besorgen, sollte so etwas noch einmal vorkommen wollen wir besser aufgestellt sein.

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