Es gibt Tage auf so einer Reise, an denen man keine spektakulären Schotterpässe bezwingt, keine Kaimane zählt und keine 500 Kilometer auf der Uhr sammelt. Tage, die nach außen hin fast unspektakulär wirken, aber das Fundament für jedes weitere Abenteuer legen: der klassische Boxenstopp.
Gestern war genauso ein Tag hier bei der Portal Paraíso Pousada. Das Wetter hat uns einen echten Gefallen getan, trocken, warm, aber gnädig bewölkt, sodass einem auf dem Dach des MANle nicht gleich die Haut wegbrennt. Die perfekte Gelegenheit, um die fest verbaute Alu-Box auf dem Dach komplett durchzugehen, den gesamten Inhalt neu zu sortieren und alles absolut rutsch- und rüttelsicher zu verstauen. Auf den kommenden Pisten zahlt sich diese Ordnung sofort aus.
Parallel liefen die Schläuche: Wassertanks randvoll machen. Aus dem Wasserhahn am Pavillon der Farmküche floss es zwar eher gemütlich als reißend, aber Zeit war gestern unsere kleinste Sorge.
Da der Himmel den Solarertrag fast komplett verweigerte, musste der Honda-Stromerzeuger ran. Pragmatismus schlägt Romantik: Der Moppel knatterte im Hintergrund und versorgte gleichzeitig die Waschmaschine und unseren mobilen Backofen. Frische Wäsche auf der Leine, während der Duft von frisch gebackenem Brot durch den Truck zog – die pure Expeditions-Gemütlichkeit. Und das Beste an dieser Aktion: Wir haben uns damit das zeitraubende Gegurke mit unserem Dickschiff durch das Verkehrschaos von Cuiabá gespart. Kein Suchen nach einem Waschsalon im Stadtzentrum, sondern morgen einfach direkt an den Stadtrand rollen, Supermarkt ansteuern, Kisten füllen und ab ins Grüne.
Natürlich blieb auch der MANle selbst nicht verschont. Beine hochlegen, wenn die Hütte voll Pistenstaub ist? Keine Chance. Das Fahrerhaus wurde gründlich vom Sand befreit, und die Zuluft- sowie Technikraumfilter bekamen die volle Kur mit Pinsel und Druckluft verpasst. Jetzt kann die Technik wieder tief und frei durchatmen.
Am späten Nachmittag trudelten dann auch Heidi und Norbert ein. Vor unserem Abendessen haben wir uns noch gemütlich mit ihnen zusammengesetzt, um Erfahrungen und die neuesten Reiseeindrücke auszutauschen, auch wenn sich unsere Wege hier bald wieder trennen und jeder seine eigene Route unter die Räder nimmt. Danach ging es für uns zum Essen in die Pousada: einfach, bodenständig und verdammt lecker.
Während Klaus draußen schraubt, schleppt und filtert, halte ich im MANle die Fäden zusammen, dokumentiere die Schritte, werfe ein wachsames Auge auf die Routenoptionen und sitze gedanklich immer mit auf der Schulter, wenn am Abend die Benzingespräche laufen.
Nayrus Fazit: Wenn Brotduft in der Luft liegt, die Filter wieder frei atmen und das Team perfekt Hand in Hand arbeitet, kann uns keine Piste der Welt aus der Ruhe bringen.



