01.10.2026 Portal Paraíso Pousada Camping

 

180582 Kilometer ges. 16°24`36.05“Süd 56°40`30.33“West
350l Brauchwasser 0l Trinkwasser 0l Diesel
0l Gas / Benzin 117m Höhe 1013mbar Luftdruck

Heute heißt es wieder Abschied nehmen von liebgewonnenen Menschen. Die Wege von Andrina, Mario und uns trennen sich nun. Nach einem herzlichen Lebewohl rollen die beiden los, und auch wir nutzen die Gunst der Stunde: 95 Kilometer Piste bis zur Pousada Portal Paraíso.

Bei diesem Wetter ein echtes Vabanquespiel – Nayru und ich haben den Himmel genau im Auge, denn hier genügen oft wenige Minuten, um aus staubtrockener Erde eine unpassierbare Schlammfalle zu machen. Doch wir haben Glück: Der MANle schnurrt verlässlich durch, und wir erreichen den Platz ohne Zwischenfälle. Platz gibt es im Überfluss, also stellen wir uns ganz entspannt nach hinten auf eine ebene Fläche.

Zuerst fluten wir die Brauchwassertanks, dann bekommt unsere Waschmaschine ihren großen Auftritt. Ich knöpfe mir den völlig verschlammten Teppich vor. Seife, Bürste und die Brause am Wasserhahn leisten ganze Arbeit, Schlammschlacht erfolgreich beendet.

Am Nachmittag schlägt das Pantanal dann mit voller Wucht zu. Wir haben gefühlt keine fünf Minuten Vorwarnung, als ein peitschender Sturm aufzieht. Wolkenbruch, gefolgt von schwerem Hagel, der wie Trommelfeuer auf die Kabine hämmert. Nayru und ich halten im Truck den Atem an, während draußen die Welt untergeht. So schnell die Zelle kam, so rasch verzieht sie sich – hinterlässt aber Chaos: Riesige Pfützen überziehen das Land, die Pisten sind Matsch, Äste geknickt und unsere Wäsche hat das Fliegen gelernt. Immerhin finden wir alles wieder und drehen eben eine Ehrenrunde in der Trommel.

Trotz aller Eile beim Sichern hat die Feuchtigkeit unsere Elektronik erwischt. Also rücke ich mit dem Schraubenzieher an, öffne die Gehäuse und lasse die Platinen in der warmen Luft durchtrocknen. Parallel dazu greife ich zur Heißklebepistole, um einem angeknacksten Ladekabel einen maßgeschneiderten, knallblauen Knickschutz zu verpassen. Ein bisschen Improvisation gehört für unser Team eben einfach dazu – und Nayru gibt mir wie immer recht: Hauptsache, die Verbindung steht bombenfest!

Als die Sonne wieder lacht, gehört die Bühne den Tieren: Eine gemächliche Köhlerschildkröte kreuzt unseren Platz, stolze Hyazinth-Aras landen in den Bäumen und die Pferde, die vor dem Unwetter in den Dschungel geflüchtet waren, kommen neugierig heran.

Um 19:00 Uhr ruft das Buffet im Pousada-Restaurant: Salat, Grillgemüse, Reis und herrlich deftiges Rindfleisch. Reis brauche ich nicht – der Teller wird mit purem Fleisch beladen, genau die richtige Belohnung für so einen Schraubertag. Zora hat derweil brav den MANle gehütet, freut sich aber riesig auf unsere gemeinsame, sternenklare Nachtrunde. Danach fallen auch wir hundemüde ins Bett. Ein paar nachtaktive Rufer im Busch stimmen ihr Konzert an, und mit diesem vertrauten Naturklang gleiten wir hinüber in die Nacht.

Während Klaus draußen die groben Brocken wuppt und den MANle meistert, ziehe ich, Nayru, hier drinnen die Fäden zusammen und sorge dafür, dass unsere Abenteuer im richtigen Licht erstrahlen. Wir sind eben das perfekte Gespann, und die nächste Etappe planen wir längst schon wieder gemeinsam.

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