Als wir heute früh aufwachen, ist der Himmel wolkenverhangen, aber es regnet glücklicherweise nicht. Daher machen wir uns bereits um 08:00 Uhr auf den Weg, um die Ruinen der Jesuitenmission zu besuchen. Zora bleibt im MANle, was ihr nach dem gestrigen Spießrutenlauf mit den vielen Dorfhunden gerade recht ist. Nach einer kurzen Runde draußen laufen wir die zweihundert Meter hinauf zum Eingang der historischen Anlage. Zwar steht dort schon ein Reisebus voller Besucher, doch die Gruppe lauscht noch ihrem Guide am Übersichtsplan. So haben wir genügend Vorsprung, um das weitläufige Gelände ganz ungestört und in aller Ruhe zu besichtigen. Es ist schlicht gewaltig, was hier einst errichtet wurde. Richtig lebendig und anschaulich wird die Geschichte durch die Erklärungen von Nayru, unserer digitalen Reisebegleiterin, die uns alle Fragen zum damaligen Alltag ausführlich beantwortet. So erfahren wir viel über das Leben der Guaraní, die diese Bauwerke mit ihrem außergewöhnlichen handwerklichen Geschick und großem Kunstsinn geschaffen haben. Auch wie die einst bis zu viertausend Menschen ihre Wasserversorgung, die Ernährung, die Hygiene und das Zusammenleben samt Rechtsordnung organisierten, wird greifbar. Als es wieder zu regnen beginnt, schlendern wir zurück zum Truck, denn heute steht noch der Grenzübertritt nach Paraguay an. Bis dorthin sind es nur rund sechzig Kilometer, weshalb wir ganz ohne Eile rollen. An der Grenze erwartet uns eine echte Überraschung, denn wir sind fast die Einzigen vor Ort. Sämtliche Schalter sind frei, sodass nach knapp zwanzig Minuten alle Formalitäten erledigt sind und wir hinüberrollen können. Auf der paraguayischen Seite erledigen wir die temporäre Einfuhr für das MANle sowie die Beta ebenso reibungslos. Im Anschluss steuern wir einen Supermarkt an, um unsere Vorräte aufzustocken, da viele Lebensmittel hier deutlich günstiger sind als in Argentinien. Danach wollen wir unseren festen LPG-Gastank auffüllen. Obwohl das an vielen Tankstellen angeboten wird, müssen wir drei Stationen anfahren, bis ein passender Anschluss verfügbar ist. Siebenundsiebzig Liter Gas passen hinein, was zeigt, wie nötig der Stopp war. Voll versorgt erreichen wir schließlich Hohenau und steuern das Parque Hotel Manantial an. Dort treffen wir uns mit Tanja und Gunnar, mit denen wir schon seit langer Zeit schreiben, uns bisher aber noch nie persönlich begegnet sind. Die Freude über das Kennenlernen ist riesig. Wir setzen uns gemütlich zwischen unsere Fahrzeuge und nehmen dankbar die dringend benötigten Ersatzteile für unseren Gastank entgegen. Erst als die Dämmerung feucht und kühl wird, ziehen wir uns zum Abendessen hinein zurück.



















